Testspiel 84/85, Dynamo Dresden - SV Waldhof

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Dynamo Dresden 3:1 (2:1) SV Waldhof Mannheim 07
Logo SG Dynamo Dresden neu.png Freundschaftsspiel
Montag, 27. Mai 1985, Dynamo-Stadion

Endstand 3:1

Zuschauer: 21.000
Schiedsrichter: Herrmann (Leipzig)

Waldhof Mannheim
Startelf:

JakubowskiDörnerBüttner, Trautmann, Schuster – Häfner, Stübner, DöschnerGütschow, Minge, Lippmann – Trainer: Klaus Sammer

Einwechslungen:

72. Losert für Häfner
80. Seifert für Minge

Startelf:

ZimmermannSebertKnapp, Dickgießer, QuaisserScholz, Hein, KlotzBührer, Schön, Makan – Trainer: Klaus Schlappner

Einwechslungen:

39. Edelmann für Hein
59. V.Schlappner für Klotz
70. Walter für Makan

Tor 1:0 Gütschow (21.)
Tor 2:0 Häfner (41.)
Tor 3:1 Dörner (70.)

Yellow card.png keiner

Tor 2:1 Sebert (43., Foulelfmeter)

Yellow card.png keiner

Bericht:


1985 in Dresden: Topzuschlag für Waldhof-Spiel

Wenn der SV Waldhof Mannheim am Sonntag am zweiten Spieltag der 3. Liga bei Dynamo Dresden aufläuft, werden Vereinschronisten das erste Aufeinandertreffen in einem Ligaspiel notieren. Das erste direkte Duell der beiden Klubs ist es dagegen nicht. Bereits im April 1984 (0:0) machten die Sachsen ihre Aufwartung zu einem Freundschaftsspiel in Mannheim, ein Jahr später folgte der Gegenbesuch in Dresden.

Zwischen einem Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach (0:3) und einem Heimspiel gegen den VfL Bochum (2:0) fuhr der Waldhof-Tross im Bus direkt vom Bökelberg aus in die damalige Ost-Zone. „Nach Übertritt der Grenze hat man die veränderte Umgebung und die schlechten Straßenverhältnisse schon wahrgenommen“, berichtet der damalige Spieler Karl-Heinz Bührer. Bereits auf der Autobahn wurde das Gastspiel der Mannheimer in Dresden mit Schildern und Plakaten angekündigt. „Schlappi, wir grüßen dich und die Waldhof-Buben“, war dabei auf einem vorbeifahrenden Trabi zu lesen.

Und obwohl der Spitzenklub der DDR-Oberliga und mehrfache Meister die Werbetrommel gar nicht groß gerührt hatte, zog der SV Waldhof als Bundesligist die Massen an. Fans aus Halle, Leipzig und Berlin waren angereist, gingen auf Souvenirjagd oder buhlten um ein Erinnerungsfoto mit Trainer Klaus Schlappner. „Nach dem Spiel standen gefühlt Tausende Fans um unseren Bus und wollten Autogramme“, erinnert sich der damalige Waldhof-Torhüter Uwe Zimmermann. Auch Bührer wunderte sich über den Hype, den die Blau-Schwarzen in Sachsen ausgelöst hatten: „Viele standen da und hatten Sammelbilder aus Hanuta-Packungen, die wir unterschreiben sollten, wo wir uns schon gefragt haben, wie sie da dran gekommen waren.“

Sportlich spielte der Auftritt des SV Waldhof bei Dynamo eine untergeordnete Rolle, die Mannheimer verloren vor 21 000 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion mit 1:3. Die Torschützen aufseiten des Europapokal-Teilnehmers hießen Torsten Gütschow, Reinhard Häfner und Dixie Dörner – schon allein diese Namen zeigen, welche Klasse die Dynamo-Elf in den 1980er Jahren besaß. „Es war natürlich schon etwas Besonderes, gegen einen Mann wie Dixie Dörner zu spielen. Er war gewissermaßen der dortige Franz Beckenbauer, und das hat man auf dem Spielfeld auch gemerkt“, so Bührer. Den Mannheimer Ehrentreffer erzielte Günter Sebert per Elfmeter zum zwischenzeitlichen 2:1.

„Betreuung war erstklassig“

Obwohl die Waldhöfer etwas außerhalb der Stadt im Inter-Motel untergebracht waren, zog es immer wieder Gruppen dorthin, die nicht immer aus reiner Sammelleidenschaft aufgetaucht waren. „Da sind manchmal schon ein paar unbekannte Gestalten herumgeschlichen, die einfach nur beobachtet haben“, sagt Zimmermann. Doch sonst gab es keine Klagen. Der damalige Dresdner Vizepräsident Bernd Kiesling war eigens dafür abgestellt worden, die Organisation für den Aufenthalt des SVW zu perfektionieren. Sei es im Hotel oder oder bei der Besichtigung der Dresdner Sehenswürdigkeiten: „Die Betreuung war erstklassig“, sagte Schlappner damals dem „MM“. Feindseligkeiten, Pfiffe oder Missstimmung im Stadion nahm auch Bührer nicht wahr. Der SV Waldhof als Bundesligist betätigte sich als Zuschauermagnet. Und das, obwohl Dynamo Dresden für den Auftritt der Mannheimer einen Top-Zuschlag von 100 Prozent gegenüber einem normalen Liga-Spiel verlangte. Für die Freundschaftspartie mussten die Dynamo-Anhänger 4,10 Mark für einen Sitzplatz berappen.


Quelle: Mannheimer Morgen – 26.09.2020