Spielbericht 1919/20 Entscheidungsrückspiel Odenwald-Meisterschaft: SV Waldhof – VfR Mannheim

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SV Waldhof Mannheim 07 4:1 (3:0) VfR Mannheim
Waldhof Mannheim Wiederholungsspiel um Odenwald-Meister
Sonntag, 28. März 1920, Phönix-Platz

Endstand 4:1

Zuschauer: 12.000
Schiedsrichter: Brucker (Stuttgart)

VfR Mannheim.png
Startelf:

WalterEngelhardt, RothPh.Bausch, Endemann, LidyWillmann, Höger, Hutter, Herberger, Skudlarek – Trainer/Betreuer: Jakob Gentner

Startelf:

Benkart – Ludwig, Freiländer – Mayer, Sohns, Au – Ulrich, Breitenbacher, Schmitt, Weiner, Hook – Trainer: n.b.

Tor 1:0 Hutter (25.)
Tor 2:0 Herberger
Tor 3:1 Herberger
Tor 4:1 Herberger


Tor 2:1 Schmitt

Bericht:


Wo steigt das nächste Entscheidungsspiel ? Die beiden Mannschaften haben in Karlsruhe ritterlich gekämpft und es dadurch den Verbandsbehörden ermöglicht, Mannheim als Austragungsort zu bestimmen. Rund um den Phönix-Platz fiebern 12.000 zahlende Zuschauer (Rekord für die damalige Zeit dem Spiel entgegen und begrüßen die Mannschaften stürmisch. VfR erscheint ohne seine Verteidiger und Diemer. Waldhof ohne Schwärzel und Lohrmann. Letzterer hat es vorgezogen, an diesem Tag in der Süddeutschen Elf gegen die Schweiz zu spielen. Ich bin unbändig stolz darauf, bei diesem entscheidenden Treffen im Tor stehen zu dürfen, kann mir aber nur vornehmen, mein Allerbestes zu geben. Der Waldhofsturm ist in Hochform. Hutter erzielt nach ungefähr 25 Spielminuten durch Prachtschuß das Führungstor. Aber auch Schmitt, Weinert und Hook mit den tadellosen Außen Ullrich und Breitenbacher werden von der unübertrefflichen Läuferreihe Durler, Sohns und Au immer wieder auf die Reise geschickt und berennen das Waldhoftor, vor dem sich tolle Szenen abspielen. Eine solche wird unterbrochen durch die schrille Pfeife des Schiedsrichters. Der deutet - Händespiel eines Waldhofers im Strafraum - auf die 11-Meter-Marke. Der Stürmertank des VfR, Ernst Schmitt, tritt unter atemloser Stille der Tausenden zur Execution an, um auszugleichen. Ich lenke den scharfgeschossenen und plazierten Ball zur Ecke. Als ich auch noch den Eckball geschnappt und ihn weit ins Spielfeld zurückgeschlagen habe, zaubern die Schwarz-Blauen ein Spiel auf den „Schlackenboden", daß die Menge begeistert mitgeht. Herberger, in ganz großer Form, schießt zum 2:0 ein. Aber fast im Gegenzug gelingt Schmitt nach glänzender Einzelleistung aus 3 m Entfernung der Anschlußtreffer. Er soll der einzige bleiben. So sehr sich auch die Spieler des VfR anstrengen, können sie nicht verhindern, daß der in Hochform spielende Herberger noch 2 Prachttore schießt.

Der VfR ist nach spannendem und ritterlich-fairem Spiel zwar verdient, aber unter seinem Wert mit 4 :1 geschlagen.


Quelle: 50 Jahre SV Waldhof Mannheim (Erzählung von Torwart Julius Walter)