Spielbericht 18/19 BFV-Pokal, Finale: Karlsruher SC - SV Waldhof

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Karlsruher SC 5:3 (2:2) SV Waldhof Mannheim 07
Karlsruher SC Logo.png BFV-Rothaus-Pokal, Finale
Sonntag, 26. Mai 2019, 14 Uhr MESZ, Wildparkstadion

Endstand 5:3

Zuschauer: 7.367
Schiedsrichter: Fritsch (Bruchsal), Assistenten: Hildenbrand (Tauberbischofsheim), Heim (Wiesental), 4.Offizieller: A.Reuter (Heidelberg)

SV Waldhof
Startelf (Spielsystem 4-4-2):

Uphoff – Thiede, Gordon, Pisot (C)Kapitän der Mannschaft, Roßbach – Saraer, Choi, Wanitzek, Röser – Sané, Pourié – Trainer: Alois Schwartz

Einwechslungen:

Scored after 46 minutes 46' Camoglu für Saraer
Scored after 61 minutes 61' Sverko für Sané
Scored after 90+2 minutes 90+2' Stoll für Choi
Scored after 90+2 minutes 90+2' Batmaz für Pourié

Reserve: Schragl (Tor), Kircher, Möbius, Stroh-Engel, Fink

Startelf (Spielsystem 4-2-3-1):

ScholzMeyerhöfer, Schultz, Seegert, HofrathMa.Schuster (C)Kapitän der Mannschaft, NagDeville, Sommer, CelikSulejmani – Trainer: Bernhard Trares

Einwechslungen:

Scored after 64 minutes 64' Franzin für Nag
Scored after 67 minutes 67' Mi.Schuster für Seegert
Scored after 72 minutes 72' Schwarz für Celik
Scored after 85 minutes 85' Sprecakovic für Hofrath

Reserve: Varvodic, Weis (beide Tor), Flick, Weik, Loviso

Es fehlten: Conrad (Zerrung), R.Korte (Knieprobleme), Kern (Magen-Darm-Probleme), Bouziane (Rekonvaleszent nach Leistenhernie mit ausgerissener Adduktorensehne am Schambein), Just (Beschwerden nach Zehenbruch), G.Korte, Diring, Gäng, Weißenfels (alle angeschlagen, nicht berücksichtigt oder schon im Urlaub)

Scored after 27 minutes 27' 1:2 Sané
Scored after 45+1 minutes 45+1' 2:2 Sané
Scored after 49 minutes 49' 3:2 Roßbach
Scored after 60 minutes 60' 4:2 Camoglu
Scored after 90 minutes 90' 5:2 Wanitzek

Yellow card.png Wanitzek, Roßbach
Yellow-Red card.png Röser (57., wiederholte Regelwidrigkeit)

Scored after 16 minutes 16' 0:1 Meyerhöfer (Linksschuss, ohne Vorarbeit)
Scored after 26 minutes 26' 0:2 Deville (Rechtsschuss, Seegert)
Scored after 76 minutes 76' 4:3 Sommer (Rechtsschuss, direkter Freistoß)

Yellow card.png Sommer

Beste Spieler: folgen

Bericht:


Spektakel ohne glückliches Ende

Der Frust nach einem verlorenen badischen Fußball-Pokalfinale währte nur kurz. 2500 mitgereiste Waldhof-Fans feierten ihre Aufsteiger trotz der spektakulären 3:5 (2:2)-Niederlage beim Karlsruher SC. „Nie mehr 4. Liga“, hallte es durch die Baustelle Wildparkstadion. Die ersatzgeschwächten Mannheimer hatten nach Toren von Marco Meyerhöfer (16.) und Maurice Deville (26.) schon 2:0 beim Zweitliga-Aufsteiger geführt, gerieten danach aber auf die Verliererstraße.

Ein Doppelpack des Karlsruhers Saliou Sané (27., 45.+1) sorgte noch vor der Pause für das 2:2, nach dem Seitenwechsel brachten Tore von Damian Roßbach (49.) und Burak Camoglu (60.) den KSC mit 4:2 in Führung. Der SVW konnte trotz Überzahl nach Gelb-Rot für Martin Röser (57.) nur noch durch Jannik Sommer verkürzen (76.), bevor Marvin Wanitzek in der Nachspielzeit nach einem Konter den Endstand herstellte. Beide Clubs hatten sich schon im Vorfeld für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals qualifiziert, da Karlsruhe in der 3. Liga unter den besten Vier gelandet war.

Waldhof-Trainer Bernhard Trares zeigte sich mit dem couragierten Auftritt seiner Not-Elf, in der mit den Korte-Zwillingen Raffael und Gianluca, Spielmacher Timo Kern, Kapitän Kevin Conrad sowie Dorian Diring fünf Stammspieler mit Verletzungen, Krankheit oder wegen vorgezogenen Urlaubs fehlten, hochzufrieden. „Wir haben ein fantastisches Spiel gesehen mit sehr viel Toren und unglaublich gutem Fußball meiner Mannschaft - gerade in der ersten Halbzeit. Da haben wir das Spiel brutalst dominiert, da hätten wir noch das eine oder andere Tor machen müssen. Das geht nicht besser“, resümierte der 53-Jährige, der am Montag in den Flieger zum Urlaub nach Florida steigen wird.

Der Meistertrainer musste sich nur darüber ärgern, dass nach einer furiosen Anfangsphase des Drittliga-Aufsteigers und 2:0-Führung ein Fehlpass von Marco Schuster die Karlsruher zurück ins Spiel brachte. Nach Sanés 1:2-Anschlusstreffer kamen die körperlich überlegenen Badener immer mehr auf. „Wir haben Karlsruhe durch einen krassen Fehler zurückgeholt“, sagte Trares nach 90 intensiven Minuten. „Wir mussten uns den Dreck vom Trip nach Mallorca erst einmal aus den Beinen laufen. Aber dann hat die Mannschaft wie schon in der gesamten Saison eine großartige Einstellung gezeigt“, meinte der in Mannheim lebende KSC-Trainer Alois Schwartz. In 30-minütiger Überzahl versuchten die Waldhöfer trotz 2:4-Rückstands alles, um sich zumindest in die Verlängerung zu retten, aber der Substanzverlust durch die vielen Ausfälle war letztlich zu groß. „Man hat die Klasse des KSC gesehen, der aus seinen Chancen zackzack die Tore gemacht hat. Man darf aber nicht vergessen, dass bei uns fünf Stammspieler gefehlt haben, wir konnten von der Bank nicht mehr wie gewohnt nachlegen“, analysierte Sportchef Jochen Kientz.

Spätfolgen vom Ballermann?

Dazu kam, dass bei etlichen Stammspielern wie Schuster oder Meyerhöfer gegen Ende der Kräfteverschleiß nach einer langen und überaus erfolgreichen Saison unübersehbar war. „Die Enttäuschung ist schon relativ groß, weil wir im Spiel gemerkt haben, dass die Chance auf den Pokalsieg groß ist. Schade, dass wir die Führung nicht mit in die Halbzeit nehmen konnten. Dann wäre das Spiel ganz anders gelaufen“, sagte Schuster. Der nach Homburg wechselnde Sommer sah nach seinem letzten Spiel für die Mannheimer die Saisonabschlussfahrt nach Mallorca von Montag bis Mittwoch nicht als ausschlaggebend für die Niederlage beim Südwest-Rivalen an. „Das war sicher nicht die beste Vorbereitung. Andererseits haben wir ab Donnerstag seriös trainiert“, meinte der 27-Jährige.

Bangen müssen die Waldhof-Fans unterdessen um den Verbleib von Leistungsträger Timo Kern. Wie Sportchef Jochen Kientz dieser Zeitung am Sonntag vor dem Anpfiff bestätigte, hat Zweitligist Jahn Regensburg ein konkretes Angebot beim Waldhof hinterlegt, der Spieler würde laut Aussage des SVW-Managers gerne nach Bayern wechseln. „Wir können Timo auch verstehen. Aber er hat bei uns einen Vertrag bis 2020“, sagte Kientz. Das erste Ablöseangebot der Regensburger sei „unterirdisch“ gewesen, so der Sportliche Leiter, bisher hätten die Oberpfälzer finanziell nicht nachgebessert. „Er wird immer teurer“, meinte Kientz, da der SVW bei einem Weggang des Schlüsselspielers Kern (17 Tore/10 Vorlagen) einen Ersatz im zentralen Mittelfeld suchen müsste - und die kurze Sommerpause endet bereits am 17. Juni.


Quelle: Mannheimer Morgen – 26.05.2019