Spielbericht 39/40 Deutsche Meisterschaft, Halbfinale: FC Schalke 04 - SV Waldhof

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FC Schalke 04 3:1 (2:1) SV Waldhof Mannheim
Schalke-04-1924-1945-logo.png Deutsche Meisterschaft, Halbfinale
Sonntag, 14. Juli 1940, Adolf-Hitler-Kampfbahn, Stuttgart

Endstand 3:1

Zuschauer: 35.000
Schiedsrichter: Rühle (Merseburg)

SV Waldhof historisch 1930.png
Startelf:

Klodt – Gabriel, Hinz – Füller, Tibulski, Burdenski – Eppenhoff, Szepan, Kalwitzki, Kuzorra, Schuh – Trainer: Otto Faist

Startelf:

FischerSchneider, SiegelSättele, Bauder, RamgeL.Siffling, Fanz, Adam, Erb, Günderoth – Trainer: Prof. Dr. Otto Neumann

Tor 1:1 Kuzorra (28.)
Tor 2:1 Szepan (40.)
Tor 3:1 Schuh (75.)


Tor 0:1 Erb (26.)


Bericht:

Nun also Halbfinale. Und das gegen den amtierenden „großdeutschen Meister“. Dieser hieß FC Schalke 04 und hatte den Titel bereits 1934, 1935, 1937 und zuletzt 1939 errungen. Das Spiel fand am 14. Juli 1940 in der Stuttgarter Adolf-Hitler-Kampfbahn statt. 35.000 Zuschauer waren nach Stuttgart gekommen, unter ihnen auch der höchste Sportführer Badens, Ministerialrat Kraft, und zahlreiche Vertreter des politischen Lebens. Der Bedeutung dieses „Großkampfes“ entsprechend, waren beide Mannschaften frühzeitig angereist. Der FC Schalke 04 bezog im Hotel „Graf Zeppelin“ Quartier, während sich der Waldhöfer Troß im Hotel „Rauh“ niederließ. Das Nonplusultra im deutschen Fußballsport jener Tage trat mit 4 Nationalspielern auf den Plan – Klodt, Tibulski, Szepan und Kuzorra – während der badische Meister mit derselben Mannschaft antrat, die gegen Offenbach erfolgreich gewesen war. Nach dem 1-3 zog die ASZ folgende Bilanz:

Der Sieg von Schalke ist der größeren Erfahrung der westdeutschen Mannschaft zuzuschreiben. Vor allem haben die Schalker sehr klug gespielt, wenn sie sich in der ersten Halbzeit etwas zurückhielten, aber dann später mit einem wunderbar ins Auge stechenden Zusammenspiel die Waldhöfer zur Strecke brachten. Wenn auch Schalke härter gespielt hat als Waldhof, so war das nicht immer auf Konto eines unfairen Spiels zu setzen. Man hatte den Eindruck, daß die Schalker Mannschaft besser im Training ist, und daß vor allem auch die jungen Leute körperlich sehr hart durchgebildet sind. Im Gegensatz zu Schalke fehlte dieses Moment den Waldhöfern sehr. Waldhof ist eine Zukunftsmannschaft, aber mit ihrer gegenwärtigen, etwas weichen und zaghaften Spielweise solchen Routiniers wie den Schalker Spielern immer noch unterlegen. Wenn man diesen Gesichtspunkt bei der Kritik herausstellt, muß man ehrlich zugestehen, daß Schalke der typische Vertreter für das Endspiel um die deutsche Kriegsmeisterschaft ist, während Waldhof sich noch etwas mehr Energie und Entschlußkraft zulegen muß, bis die sympathische MannheimerMannschaft auch einmal dieser Ehre teilhaftig wird.

Das Endspiel wie auch das Spiel um den 3. Platz fanden am 21. Juli in Berlin statt. Bei diesem sportlichen Großereignis war alles zugegen, was Rang und Namen hatte. Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht ließen es sich nicht nehmen, dieser Großveranstaltung beizuwohnen. Allen voran der Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten, die Reichsfachamtsleiter Felix Linnemann und Kurt Frey sowie der Führer der Adolf-Hitler-Leibstandarte, SS-Obergruppenführer Sepp Dietrich „mit dem Ritterkreuz am Halse.“ Vor 100000 Zuschauern zeigten die Waldhöfer „das größte Spiel, das Badens Bereichsmeister je lieferte.“