Spielbericht: 1933/34, 101. DFB-Länderspiel, Deutschland - Belgien

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Deutschland 5:2 (1:2) Belgien
Logo DFB 1926-1995.png 101. DFB-Länderspiel
Sonntag, 27. Mai 1934, 16.30 Uhr, Stadion Artemio Franchi, Florenz

Endstand 5:2

Zuschauer: 8.000
Schiedsrichter: Mattea (Italien)

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Startelf:

KreßHaringer, SchwartzJanes, Szepan (C)Kapitän der Mannschaft, ZielinskiLehner, Hohmann, Conen, Siffling, Kobierski – Trainer: Otto Nerz

Startelf:

VandeweyerSmellinckx, JoacimPeeraer, Welkenhuysen (C)Kapitän der Mannschaft, ClaessensDevries, Voorhoof, Capelle, Grimmonprez, Heremans – Trainer: Hector Goetinck

Tor 1:0 Kobierski (18.)
Tor 2:2 Siffling (56.)
Tor 3:2 Conen (73.)
Tor 4:2 Conen (77.)
Tor 5:2 Conen (88.)

Tor 1:1 Voorhoof (24.)
Tor 1:2 Voorhoof (35.)

Bericht:

In der ersten Halbzeit agierte Deutschland recht nervös und kam zu keinem wirklich durchdachten Spielaufbau. Dazu kam, dass Trainer Otto Nerz eine bewusst defensive Taktik verordnet hatte; Kapitän und Mittelläufer Szepan sollte hauptsächlich den beiden Verteidigern Haringer und Schwartz beim Verhindern von Gegentoren helfen und keinesfalls die Mittellinie überqueren, um die Offensive zu organisieren. Die deutsche Hintermannschaft sorgte in der Folge durch Querpässe eher für Gefahr vor dem eigenen Tor und konnte die Belgier kaum mit eigenen Angriffen bedrängen. Die deutschen Stürmer – bis auf den erst 19-jährigen Edmund Conen hatten die meisten eine eher agile Statur – waren in Zweikämpfen zunächst regelmäßig ihren Gegenspielern unterlegen. Hinzu kommt, dass die Belgier gerne die Abseitsfalle verwendeten, wodurch die deutsche Mannschaft letztlich kaum vor das gegnerische Tor kam.

Die Belgier hingegen spielten in der Regel lange Pässe, um ihre körperlichen Vorteile im Luftduell zu nutzen. Selbst die deutsche Führung – Stanislaus Kobierski fand nach Vorlage von Otto Siffling keine freie Anspielstation und überraschte Torhüter Vandeweyer mit einem Schuss aus ungünstigem Winkel – sorgte nicht für Beruhigung. Bereits nach fünf Minuten fiel der Ausgleich der Belgier. Eine schlechte Kopfballabwehr von Fritz Szepan im eigenen Strafraum gelang zum Belgier Voorhoof, der aus kurzer Distanz das erste Gegentor in der deutschen WM-Geschichte erzielte. Kurz vor der Pause gelang dann die Führung für Belgien: Die Deutschen verloren ein weiteres Mal in der eigenen Hälfte den Ball, Linksaußen Heremans eroberte ihn, und dessen präzise Flanke verwertete erneut Voorhoof per Kopf.

Noch unter dem Eindruck dieses Schocks antwortete Reichstrainer Otto Nerz Edmund Conen, der sich in der Pause über die allzu starre Taktik beschwerte: „Mach, was du willst!“ Die zweite Hälfte begann für Deutschland direkt in der 56. Minute mit dem 2:2 durch Siffling nach einer Flanke von Ernst Lehner. Die Belgier reagierten nun mit einer viertelstündigen Drangphase, die zu einer Serie von Eckbällen führte, aber keine Tore brachte. Die erneute deutsche Führung nach einer Stunde resultierte aus einem Kobierski-Schuss, der eventuell die Torlinie bereits überschritten hatte, als er von Vandeweyer weggefaustet wurde. Somit flog der Ball zu Conen, der zum 3:2 nur noch den Fuß hinhalten musste und in den offiziellen Statistiken auch als Torschütze genannt wird. Dieselben Spieler bewirkten drei Minuten später auch das vorentscheidende 4:2. Kobierski passte auf Conen, der das Leder aus spitzem Winkel unter die Latte schoss. Danach konnten die Belgier kaum noch etwas im Angriff bewirken. Auch in der Verteidigung, die sie über weite Strecken dominiert hatten, verschlechterten sie sich nun. Deutschland hatte in der Schlussviertelstunde noch eine Reihe guter Torchancen, von denen aber nur noch eine zum Erfolg führte. Conen erzielte fünf Minuten vor dem Ende mit einem verdeckten Gewaltschuss aus der Drehung den Endstand und damit den ersten lupenreinen Hattrick der WM-Geschichte. Ein vielleicht zu Unrecht verweigerter Elfmeter nach Foul an Karl Hohmann machte letztlich nicht mehr den Ausschlag.



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