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Geschichte

Im Jahr 1905 beschlossen einige Jungen vom Waldhof, die entweder schon aus der Schule entlassen worden waren oder noch zur Schule gingen, dass sie auch einmal mit einem Lederball spielen wollten. Sie hatten bereits als Zaungäste bei den schon damals bestehenden Mannheimer Vereinen einige Fußballspiele beobachtet.

Diese Buben waren: Daniel Freund, Karl Weingärtner, Fritz Streckfuß, Karl Scheuermann, Josef Hof, Johann Hof, Johann Kormann , Karl Theilmann, Jacob Gleißner , Emil Fieger, Ludwig Spachmann, Adam Wehe, Ferdinand Michel , Jean Luzi , Jean Keller , Matthias Moses , Anton Licht , Adolf Gary, Josef Moses, Fritz Rössling, Alex Spiegel, Konrad Zimmermann, Adam Dufner, Heinrich Dierolf, Wilhelm Rottmann, Karl Natter, Adolf Wolf, Karl Wolf, Louis Bernhaupt.

An einem Sonntag hielten sie eine Zusammenkunft ab und sammelten Geld, um Ihren ersten Fußball zu kaufen. Jeder gab 10-30 Pfennig, was für die Jungen damals viel Geld war. Der gesammelte Betrag reichte jedoch nicht aus, um einen Ball zu kaufen, da ein Ball mit Schnüren und Pumpe damals 8-9 Mark kostete. Die Sammlung wurde wöchentlich fortgesetzt, bis genug Geld zusammengekommen war.

Sobald genug Geld vorhanden war, wurde der Fußball gekauft und es begann ein reges Spielen auf den Straßen des Waldhofs. Zu dieser Zeit gab es noch keine Motorräder oder Autos, daher waren die Gassen ideal zum Fußballspielen geeignet. Im Gasthaus "Zur Vorstadt" fanden regelmäßig Treffen statt und man beschloss, einen Fußballverein zu gründen. Dieser erhielt den Namen "Ramelia" und hatte die Vereinsfarben Blau-Weiß-Rot.

Bisher hatte man nur auf Straßen und freien Plätzen gekickt, aber nun suchte man nach einem geeigneten Platz und besorgte sich Tore und Eckfahnen. Es gestaltete sich schwierig, eine geeignete Platzanlage zu finden, da die Bevölkerung wenig Verständnis dafür hatte und keine Unterstützung bot. Beim Spielen auf den Straßen gab es oft Strafzettel wegen Beschädigungen von Gaslaternen und Fensterscheiben. Einmal flog sogar ein Ball ins Gesicht der Frau eines Polizisten, die aus dem Fenster schaute. Die Frage nach einem eigenen Platz wurde durch solche "Vorkommnisse" immer dringlicher.

Um den Fußballclub offiziell anmelden zu können, musste eine volljährige Person gefunden werden. Der Sohn der Witwe Freund, Inhaberin des Lokals "Zur guten Laune" in der Hubenstraße, erklärte sich bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Adolf Wolf, der Besitzer des Lokals "Zum Tannenbaum", hatte ihn als Kraftfahrer ausgebildet und ermutigte ihn, sich um die Jugendlichen zu kümmern. Daniel Freund wurde somit der erste Vorsitzende des Vereins. Die Anmeldung beim Bezirksamt wurde vorgenommen und ab diesem Zeitpunkt hatte der Verein das Recht, öffentlich Fußball zu spielen.

Auf dem Waldhof gab es damals noch keine Möglichkeit, einen eigenen Fußballplatz anzulegen. Daher beschlossen die Waldhof-Jungen, ihren Spielfeld sonntags auf dem Exerzierplatz an der Hundertzehner-Kaserne aufzubauen. Jeden Sonntag machten sie sich in Sportkleidung von der Hubertstraße mit den Toren auf den Schultern und dem restlichen Material auf den Weg zum Exerzierplatz. Der Gegner war meistens der Fußballclub Käfertal, der ebenfalls mangels eines geeigneten Platzes auf dem Exerzierplatz spielte.

Adolf Wolf, der älteste Fahrer bei Daimler-Benz, unterstützte den jungen Verein sehr. Sein Vater war der lange Zeit in der Spiegelfabrik Waldhof tätig war hatte einen sehr großen Einfluss auf die damalige Direktion. Durch seine Hilfe erhielt die "Ramelia" einen geeigneten Platz auf dem Gelände der Spiegelfabrik, der zum Fußballfeld hergerichtet wurde. Dadurch entstand ein reger Spielbetrieb und auch die Einwohner des Waldhofs zeigten zunehmend Interesse am Fußball.

Im Verbandsjahr 1906-1907 hatte der Mannheimer Fußballclub Phönix 02 Platzprobleme und suchte nach einer Lösung. Die Verantwortlichen sprachen mit den Waldhof-Bewohnern und empfahlen einen Zusammenschluss der beiden Clubs, um nicht alle Spiele auf den Plätzen der Gegner austragen zu müssen. Der Zusammenschluss wurde vollzogen und als Vereinsfarben wurden grün-schwarz gewählt.

Es ist beeindruckend zu sehen, wie verschiedene Faktoren dazu beigetragen haben, dass sich der Verein entwickeln konnte. Die Unterstützung durch den Vater von Adolf Wolf und der Zusammenschluss mit Phönix 02 waren wichtige Schritte in der Geschichte des SV Waldhof Mannheim. Diese Ereignisse haben den Grundstein für die weitere Entwicklung des Vereins gelegt.

Gründung

Nachdem der Zusammenschluss mit Phönix 02 nicht von langer Dauer war und Phönix schließlich wieder zurücktrat, entschieden sich einige Mitglieder von Phönix, beim Waldhof zu bleiben. Am 11. April 1907 wurde dann im Lokal "Zum Tannenbaum" ein neuer Verein gegründet - der Sportverein SV Waldhof 07. In der Gründungsversammlung wählten die 42 Gründungsmitglieder Emil Menton, einen Bankkassierer, einstimmig zum ersten Vorsitzenden und Fritz Streckfuß zum ersten Kapitän und die Vereinsfarben wurden fortan blau-schwarz-blau.

Diese Gründung markierte einen bedeutenden Wendepunkt in der Geschichte des Vereins und legte den Grundstein für seine weitere Entwicklung. Der SV Waldhof Mannheim hat seitdem eine lange Tradition und ist heute einer der renommiertesten Fußballvereine in Deutschland.

In den Vorstand wurden gewählt:

Posten Name Beruf
Erster Vorsitzender: Menton, Emil Kassenbeamter
Zweiter Vorsitzender: Karl, Otto Gastwirt
Erster Schriftführer: Lösch, Karl Techniker
Zweiter Schriftführer: Hoffmann, Wilhelm Mechaniker
Kassier: Wolf, Adolf Gastwirt
1. Spielführer: Streckfuß, Wilhelm Kesselschmied
Erster Revisoren: Klein, Karl unbekanntunbekannt unbekannt
Zweiter Revisoren: Menton, Emil Kassenbeamter
Zeugwart: Kohrmann, Johann Fabrikarbeiter

Gründungsmitglieder

Nr Geboren Name Beruf!
1. unbekanntunbekannt unbekannt Bergner, Hans Fabrikarbeiter
2. unbekanntunbekannt unbekannt Bernhaupt, Alois Fabrikarbeiter oder Korbflechter
3. unbekanntunbekannt unbekannt Däfner, Adam Fabrikarbeiter
4. 14. Mai 1889 Dierolf, Heinrich Eisendreher
5. unbekanntunbekannt unbekannt Fritz, Ernst Taschnermeister
6. unbekanntunbekannt unbekannt Fieger, Emil Sattler
7. unbekanntunbekannt unbekannt Gary, Adolf Fabrikarbeiter
8. 24. Juli 1892 Gentner, Emil Schlosser
9. 24. Juli 1892 Gentner, Jakob Gastwirt
10. unbekanntunbekannt unbekannt Gleißner, Jakob selbständig
11. 1. August 1888 Hahner, Josef Dreher
12. unbekanntunbekannt unbekannt Hölzer, Heinrich Angestellter
13. 22. Juli 1888 Hof, Josef Bürogehilfe
14. unbekanntunbekannt unbekannt Karl, Otto selbständig
15. unbekanntunbekannt unbekannt Keller, Jean verm. Facharbeiter
16. unbekanntunbekannt unbekannt Kohrmann, Johann Postbote
17. unbekanntunbekannt unbekannt Klein, Heinrich selbständig
18. unbekanntunbekannt unbekannt Licht, Anton unbekanntunbekannt unbekannt
19. unbekanntunbekannt unbekannt Lösch, Karl Konstrukteur
20. unbekanntunbekannt unbekannt Luiz, Jean verm. Facharbeiter
21. unbekanntunbekannt unbekannt Meier, Josef unbekanntunbekannt unbekannt
22. unbekanntunbekannt unbekannt Menton, Emil Kassenbeamter
23. unbekanntunbekannt unbekannt Michael, Ferdinand Angestellter
24. unbekanntunbekannt unbekannt Moser, Matthias Fabrikarbeiter
25. unbekanntunbekannt unbekannt Petry, Valentin Schlosser
26. 6. Februar 1927 Rößling, Fritz unbekanntunbekannt unbekannt
27. 17. Juli 1891 Rottmann, Wilhelm Schlosser
28. 26. Dezember 1892 Schwärzel, Heinrich Gastwirt
29. unbekanntunbekannt unbekannt Spachmann, Ludwig selbständig
30. 2. November 1888 Spiegel, Alex Gastwirt
31. 9. November 1889 Strauch, Peter Drahtzieher
32. 24. Dezember 1888 Scheuermann, Karl Former
33. 18. November 1888 Streckfuß, Fritz Eisenbohrer
34. unbekanntunbekannt unbekannt Theilmann, Karl Angestellter
35. unbekanntunbekannt unbekannt Walter, Karl selbständiger Bäcker
36. unbekanntunbekannt unbekannt Wehe, Adam unbekanntunbekannt unbekannt
37. unbekanntunbekannt unbekannt Weingärtner, Gustav selbständiger Bäcker
38. unbekanntunbekannt unbekannt Weingärtner, Karl selbständiger Bäcker
39. 31. Januar 1894 Woll, Ferdinand Angestellter
40. unbekanntunbekannt unbekannt Wolf, Adolf Gastwirt
41. unbekanntunbekannt unbekannt Wolf, Karl Kolonialwarenkaufmann
42. unbekanntunbekannt unbekannt Zimmermann, Konrad Former

An der weiteren Ausgestaltung des Sportplatzes „hinterm Schulhaus“ haben in der Hauptsache die aktiven Spieler mitgewirkt bis es im Jahre 1910 gelang, durch Vermittlung des inzwischen vom Fußballfeind zum Fußballenthusiasten gewordenen Seniors der Sportlerfamilie Lidy den bekannten Waldhöfer Bauunternehmer Rothermel für die Finanzierung der Platzanlage mit Tribüne zu gewinnen.


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Freundschaftsspiele.png

Die Vereinsnamen

Datum Name
11.04.1907 - April 1920 SV Waldhof 07
April 1920 - 15.11.1925 SpuTV 1877 Waldhof
15.11.1925 - 28.04.1967 SV Waldhof 07
28.04.1967 - 21.03.1969 SVW 07 Mannheim
21.03.1969 - 27.07.1972 SV Waldhof Mannheim
27.07.1972 - 19.09.1975 Chio Waldhof 07
19.09.1975 - 15.09.1978 SV Chio Waldhof 07
seit 15.09.1978 SV Waldhof Mannheim 07

Die Wappen des SV Waldhof

Literatur

  • Dr. med. Helmut Klingen: 50 Jahre SV Waldhof Mannheim. A.Rausch, Heidelberg 1957
  • Rudolf Hahner: 75 Jahre SV Waldhof Mannheim 07 e.V.. Mannheim 1982
  • Joachim Bremser: Wunder Waldhof. Biblis 1983
  • Fritz Glanzner und Kurt Schaller: Günter Sebert - Waldhof ist mein Leben . TIP-Verlag, Lampertheim 1985
  • Günter Rohrbacher-List: Blau und Schwarz - Der SV Waldhof. Waldkirch Verlag, Mannheim 2004, ISBN 3-927455-15-6
  • Günter Rohrbacher-List: das SV WALDHOF lexikon. Waldkirch Verlag, Mannheim 2007, ISBN 978-3-927455-33-7
  • Karl-Heinz Schwarz-Pich: 100 Jahre SV Waldhof Mannheim 1907-2007. Grunert Medien & Kommunikation GmbH, Mannheim 2007, ISBN 978-3-00-019800-7
  • Werner Skrenty: Als Morlock noch den Mondschein traf. Die Geschichte der Oberliga Süd 1945 – 1963, Verlag: Argon (1. August 2001), ISBN-10: 3897841754, ISBN-13: 978-3897841758
  • Gerhard Zeilinger: Triumph und Niedergang in Mannheims Fußballsport 1945 – 1970, Verlag: Fußball-Archiv Mannheim (1995), ISBN-10: 3929295148, ISBN-13: 978-3929295146
  • Gerhard Zeilinger: Mannheim, die etwas andere Fußball-Stadt - Erinnerungen an die Jahre 1970 bis 1997, Verlag: Druckerei Odenwälder (1997), ASIN: B075MLX1JZ
  • Andreas Ebner: Als der Krieg den Fußball fraß: Die Geschichte der Gauliga Baden 1933-1945, Verlag: verlag regionalkultur (9. Juli 2016), ISBN-10: 3897358794, ISBN-13: 978-3897358799

Weblinks



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