Schon gewusst der Woche
Karl Schöttle (* 28. November 1934 in Pforzheim; † 24. April 2023) war ein deutscher Fussballspieler und -trainer.
Karriere
Aufgewachsen in den Kriegsjahren, machte der junge, talentierte Kicker seine ersten Gehversuche beim Sportclub VfR Pforzheim. „Im Würmtal wurden damals die Bombentrichter zugeschüttet, damit wir spielen konnten“, erinnert er sich.
Nachdem Schöttle mit dem Spitznamen "Olly" in der SCP-Jugend sowohl Kreismeisterschaften als auch badische Titel gesammelt hatte, nahm ihn in der Aktivität Willi Nerz, der Bruder des früheren Reichstrainers Otto Nerz unter seine Fittiche. „Er hat uns sehr viel beigebracht und wir haben alle zu ihm aufgeschaut“, spricht Schöttle auch für seinen bereits verstorbenen Freund Alex Peterek. Gemeinsam wechselten beide Ende der Fünfzigerjahre zum VfR Pforzheim, wo sie in der legendären Meistermannschaft von 1959 (1. Amateurliga) um Reinhard Bordt und Hardy Schäfer standen. Unvergessen sind bis heute die heißen Duelle gegen Bayreuth, Singen oder Sandhausen vor bis zu 10 000 Zuschauern auf dem Holzhof.
An die titelentscheidende Partie beim SV Sandhausen denkt Schöttle gerne zurück. Schließlich erzielte er damals als blutjunger Rechtsaußen den 2:1-Siegtreffer. „Kopfbälle waren meine Spezialität“, erzählt der Vollblut-Stürmer. Dass der Aufstieg in die zweite Liga damals misslang, änderte nichts am Werdegang des nordbadischen Auswahlspielers. In seinen zwei Jahren bei Waldhof Mannheim bekam es Schöttle mit Fußballgrößen wie Klaus Sinn, Klaus-Dieter Sieloff oder Helmut Haller zu tun. Schöttle wurde in 45 Ligaspielen für den SV Waldhof eingesetzt, wobei er 14 Tore erzielte.
Erst als er sich 1963 mit der Familie in Dietlingen niederließ, wechselte er auf die Trainerbank und ging auch beruflich neue Wege, indem er zum Lehrer für Sport und Werken umschulte.
Als Trainer des VfR Pforzheim feierte Schöttle in den Siebzigerjahren große Erfolge. In Diensten des 1. FC Pforzheim schaffte er in der Saison 1984/85 den Wiederaufstieg in die Amateur-Oberliga und formte eine der stärksten „Club“-Mannschaften aller Zeiten. „In meinem Training gab’s keinen Leerlauf. Und auch auf den Gegner habe ich mich immer gut vorbereitet“, blickt der 75-Jährige zurück. Störfeuer aus dem Umfeld der Mannschaft hätten ihn damals zum Rücktritt gezwungen. „Als Typ war ich dafür einfach nicht hart genug“, weiß er heute. Es folgten ruhigere Jahre als Coach beim 1. FC Dietlingen, mit dem er 1991 durch ein 4:0 über Birkenfeld noch einmal Kreispokal-Sieger wurde. Auf dem Fußballplatz war der Jubilar wegen seiner nachlassenden Sehkraft nur noch selten anzutreffen. Die schönen Erinnerungen aber blieben.
Quelle: Pforzheimer Zeitung
Karl Schöttle verstarb am 18. April 2023 in Pforzheim.
Bilder
Theo Stendebach (rechts) bei der Vorstellung der SVW-Neuzugänge vor der Saison 1961/62. Von links Karl Schöttle, Trainer Adolf Knoll, Hermann Diehl und Torwart Stendebach]]
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Nico Seegert (* 29. April 1994 (32) in Mannheim), ist ein deutscher Fußballspieler.
Karriere
Der gebürtige Mannheimer Nico Seegert ist ein offensiver Mittelfeldspieler, der - wie sein Zwillingsbruder Marcel - bereits in seiner Jugendzeit beim SV Waldhof Mannheim spielte. In der Saison 2010/11 stand er im Halbfinale um die deutsche B-Jugend-Meisterschaft beim TSG 1899 Hoffenheim. Mittelfeldakteur Nico wurde in der DFB-Auswahl erstmals in der U 17 gegen Aserbaidschan eingesetzt.
Im Sommer 2014 wurde Nico sowie sein Bruder vom Trainer Kenan Kocak wieder vom 1. FSV Mainz 05 in die Quadradestadt zurückgeholt und im Juni 2016 wurde sein Vertrag verlängert. Während sich Marcel einen Stammplatz in der Abwehr erkämpft hat und zu den Leistungsträgern zählt, hat Nico auf Grund seiner Verletzungen bis Juni 2017 nur bei 10 Punktspielen in den Farben des SV Waldhof Mannheim auftreten können. Im Sommer 2017 wechselte Nico zum Regionalligisten FSV Frankfurt der von Alexander Conrad trainiert wird. Dort wurde sein Vertrag nicht verlängert und nachdem Nico vor der Runde einige Testspiele bei Waldhof mitgemacht hat, wechselt er für eine Saison zum Regionalliga-Aufsteiger SC Hessen Dreieich.
Im August 2019 unterschrieb Nico Seegert in der Oberliga Baden-Württemberg beim SGV Freiberg einen Zweijahresvertrag. "Im defensiven Mittelfeld erwies sich Neuzugang Nico Seegert erneut als Gewinn" war in der Presse zu lesen. Die Saison endete auf einem Abstiegsplatz und nur Corona verhinderte den Gang in die Verbandsliga. Daraufhin gab es beim Verein einen "brutalen Kader-Umbruch" und der Vertrag wurde aufgelöst.
Im Juli 2021 kehrte er dann nach Mannheim in die U23 des SV Waldhof Mannheim zurück. Dabei soll er auch das Trainerteam um Oscar Corrochano unterstützen und als Scout fungieren. Im Februar 2022 übernahm der spielende Co-Trainer und Inhaber der UEFA-B-Lizenz dann die Mannschaft. „Aus der Hinrunde kenne ich unsere Mannschaft, sowie die Liga sehr gut und weiß, dass mehr Potential in unserer Mannschaft steckt, als dass der Tabellenplatz derzeit aussagt" gab er zu Protokoll und schaffte den Klassenerhalt. Ein Jahr später wurde nach einer sehr ordentlichen Vorrunde jedoch bekannt, dass er wegen der Budgetkürzungen im Nachwuchsbereich als Trainer der U23 am Saisonende aufhören muss. „Gerne hätten wir die Zusammenarbeit mit Nico weitergeführt ..." sagte Vize-Präsident Horst Seyferle.
Trainer
Ab Januar 2025 arbeitete er beim Drittligisten SV Sandhausen ein halbes Jahr als Spielanalyst, bevor er seit Sommer 2025 die U17 des Ludwigshafener SC trainiert. Im Sommer 2026 übernimmt er dort die U19, wobei ihn der vom SV Waldhof bekannte Rolf Mossmann als Torwarttrainer unterstützt.
Sonstiges
Nico hat ein abgeschlossenes Sportbusiness Studium und eine Scouting-Ausbildung.
Bilder
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Danny Winkler (* 16. August 1973 (53 Jahre) in Mannheim) ist ein deutscher Fußballtrainer und ehemaliger Fußballspieler. Im Laufe seiner Spielerkarriere spielte der 1,87 m große Stürmer sieben Mal in der deutschen Bundesliga und 89 Mal in der zweiten Liga.
Karriere
Danny Winkler wurde in Mannheim geboren und wuchs dort auf. In seiner Jugend spielte er bei den Stadtteilvereinen MFC 08 Lindenhof und VfL Neckarau, ehe er sich 1988 der Jugendabteilung des damaligen Bundesligisten SV Waldhof Mannheim anschloss. In der Rückrunde der Saison 1991/92 wurde der Stürmer auch in der Profimannschaft unter Trainer Klaus Toppmöller eingesetzt, die mittlerweile in die zweite Liga abgestiegen war; sein Debüt feierte Winkler am 25. März 1992 beim 0:0-Remis der Mannheimer gegen den SC Freiburg, bei dem er in der Startaufstellung stand. Bis zum Saisonende absolvierte er noch vier weitere Spiele und stand dabei jedes Mal in der ersten Elf. In der folgenden Saison 1992/93 wurde er insgesamt zwölf Mal eingesetzt.
Nach fünf Jahren im Verein verließ er die Mannheimer und wechselte zur Saison 1993/94 an die linke Seite des Rheins zum Oberligisten TSG Pfeddersheim aus Worms. Mit den Pfeddersheimern gewann Winkler zwei Mal den Südwestpokal, der zur Teilnahme an der ersten Runde des DFB-Pokals berechtigt. So wirkte er 1995 beim Spiel gegen Borussia Dortmund (3:4 n.E.) mit, in dem ihm in der Verlängerung der Ausgleich zum 1:1 gelang. In der Liga verpasste er mit dem Verein in dieser Saison den Aufstieg in die Regionalliga nur knapp.
Nach einer weiteren Saison in Worms-Pfeddersheim nahm er 1996 ein Angebot des Bundesligisten VfL Bochum an und wechselte ins Ruhrgebiet. In den nächsten zwei Jahren kam er dort aber nur auf insgesamt sieben Einsätze, wobei er jedes Mal lediglich in den Schlussphasen der Spiele eingewechselt wurde. Daher wechselte er zur Saison 1998/99 zu den Stuttgarter Kickers in die zweite Liga, wo er in den nächsten zwei Spielzeiten aber auch nur 16 Spiele absolvierte, in denen er drei Tore erzielte.
Im Sommer 2000 wechselte Winkler daher zur Eintracht Trier in die damals drittklassige Regionalliga. Unter Trainer Paul Linz wurde er dort zum Stammspieler und erzielte gleich in seinem ersten Jahr elf Tore in 34 Spielen. In der folgenden Saison 2001/02 konnte er die Zahl seiner Saisontore bei gleicher Anzahl absolvierter Spiele auf 15 steigern und leistete damit seinen Beitrag zum Aufstieg der Trierer in die zweite Bundesliga. In dieser spielte er mit den Trierern zwei Jahre, ehe er im Sommer 2004 zur TSG 1899 Hoffenheim in die Regionalliga wechselte. Nach 18 Spielen mit sieben Torerfolgen verletzte er sich und fiel die gesamte Rückrunde aus. Auch in der folgenden Saison 2005/06 absolvierte er kein Spiel.
Zum Ausklang seiner Karriere wechselte Danny Winkler 2006 zurück in seine kurpfälzische Heimat zum Verbandsligisten SV 98 Schwetzingen. Im Laufe der Saison 2006/07 musste er seine aktive Karriere aufgrund einer schweren Knieverletzung jedoch vorzeitig beenden und übernahm in Schwetzingen bis 2016 den Co-Trainer-Posten.
Zur Saison 2016/17 wurde er Trainer des Oberligisten SpVgg Neckarelz, nach nur drei Punkten aus den ersten acht Spielen wurde er gemeinsam mit seinem Co-Trainer Helmut Hofmann bereits wieder entlassen.
Als Geschäftsführer ist er Chef einer Spielerberatungs-Agentur.
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Julius Walter (* 25. November 1892 in Trienz (133), † 1. Juli 1968 in Mannheim) war ein deutscher Fußballspieler, Pädagoge und Sportfunktionär.
Karriere
Julius Walter zog 1894 mit seinen Eltern nach Mannheim, wo er seine schulische Ausbildung abschloss. Seine erste berufliche Station trat er 1913 als Unterlehrer in Hüngheim an. Nach einem Kriegsdienst an der Westfront, den er ab Mai 1916 leistete, übernahm er ab 1920 Lehrerpositionen in Leimen, Neckarhausen, Brühl, Wallstadt und Mannheim.
Parallel dazu war Walter aktiver Fußballspieler beim SV Waldhof Mannheim, wo er zunächst in der Vereinsjugend und von 1911 bis 1921 als Torwart in der Neckargau-Klasse spielte. In der Saison 1919-1920 wurde er mit dem SV Waldhof 1. Meister im Odenwaldkreis.
Im Jahr 1938 wurde Walter aufgrund seiner Heirat mit einer jüdischen Frau aus dem Schuldienst entlassen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahm er am 9. Mai 1945 die Leitung des Kreisschulamts Buchen sowie die Funktion des Kreissportbeauftragten. Er spielte eine entscheidende Rolle bei der Gründung des Sportkreises Buchen im Mai 1946, dessen erster Vorsitzender er wurde. In dieser Funktion war er auch maßgeblich an der Neugründung des Fußballkreises Buchen beteiligt.
Von 1946 bis 1958 war Walter stellvertretender Vorsitzender des Badischen Sportbundes und von 1949 bis 1950 zudem zweiter Vorsitzender des Badischen Fußballverbands. Zwischen 1948 und 1951 stand er dem TSV Buchen vor. Im Jahr 1950 war er eine treibende Kraft bei der Gründung des TC Grün-Weiß Buchen; seine Initiative führte dazu, dass der Tennisplatz gekauft statt gepachtet wurde.
Zur gleichen Zeit unternahm Walter eine Vortragsreise durch die Region, in der er seine Erkenntnisse aus einem Besuch in den Vereinigten Staaten teilte. Die Einnahmen aus diesen Vorträgen spendete er an das Albert-Schweitzer-Hospital in Lambarene. Kommunalpolitisch engagierte sich Walter für die SPD auf Kreisebene. Vom 28. Mai 1962 bis zum 4. Juni 1964 war Julius Walter Präsident des SV Waldhof Mannheim, bevor er am 1. Juli 1968 in Mannheim verstarb.
siehe auch
Bilder
SV Waldhof 1919/20 - 1. Meister im Odenwaldkreis. Von links: Betreuer Heinrich Hölzer, Karl Endemann, Karl Willmann, Otto Engelhardt, Josef Herberger, Karl Höger, August Roth, Simon Skudlarek, Georg Lidy, Julius Walter, Willi Hutter, Philipp Bausch, Hans Bausch
Der SV Waldhof wird 1919/20 Odenwaldmeister: Oben Julius Walter, zweite Reihe v.l: Georg Lidy, Otto Engelhardt dritte Reihe v.l.: Philipp Bausch, Hans Bausch, Heitz Untere Reihe v.l. Karl Höger, Josef Herberger, Heinrich Schwärzel, Willi Hutter, Simon Skudlarek
Der SV Waldhof 1919/20. Von links: Betreuer Heinrich Hölzer, Karl Höger, Hans Bausch, Josef Herberger, Willi Hutter, Otto Engelhardt, Julius Walter, Philipp Bausch, Heinrich Schwärzel, Georg Lidy, Heitz, Simon Skudlarek, Betreuer Jakob Gentner.
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Andreas Wagenhaus (* 29. Oktober 1964 (61 Jahre) in Naumburg/Saale) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Er spielte Erstligafußball für den Halleschen FC, für Dynamo Dresden und Fenerbahçe Istanbul. Mit Dynamo Dresden wurde Wagenhaus DDR-Meister und Pokalsieger, er ist dreifacher DDR-A-Nationalspieler.
Sportlicher Werdegang
Nachwuchs
Andreas Wagenhaus kam über die TSG Naumburg, wo er 1972 mit dem organisierten Fußballspielen begonnen hatte, und der Betriebssportgemeinschaft der Freyburger Rotkäppchen Sektkellerei BSG RSK Freyburg im Jahr 1977 als Zwölfjähriger zum Halleschen FC Chemie (HFC). Zwischen 1982 und 1983 war Wagenhaus Mitglied der DDR-Junioren-Nationalmannschaft, für die er 13 Länderspiele bestritt. Er wurde in den meisten Spielen als Vorstopper eingesetzt.
Oberliga und Abstieg in Halle
Ebenfalls als Vorstopper gab der 1,87 m große Wagenhaus am 27. August 1983 in der DDR-Oberliga seinen Einstand. Es war die Begegnung des 3. Spieltages der Saison 1983/84 FC Karl-Marx-Stadt - Hallescher FC Chemie (2:2), in der er den nicht einsatzbereiten etatmäßigen Vorstopper Roland Wawrzyniak vertrat. In der Saisonrückrunde wurde Wagenhaus in weiteren acht Oberligaspielen als Abwehrspieler eingesetzt. Am 3. April 1984 wurde er zum ersten Mal in einem Länderspiel der DDR-Nachwuchs-Nationalmannschaft aufgeboten. In der Partie DDR – Polen (0:2) wurde er in der 2. Halbzeit als Verteidiger eingewechselt. Bis 1989 kam er auf insgesamt 14 Nachwuchs-Länderspiele. Nach dem Abstieg des HFC 1984 musste Wagenhaus drei Spielzeiten in der DDR-Liga spielen. Erst in der Saison 1985/86 konnte er sich in die Stammelf hineinspielen, als er 31 der 34 Punktspiele bestritt. Während ihn Trainer Olaf Keller in der Hinrunde 1985 durchgehend als Vorstopper einsetzte, wurde Wagenhaus im Frühjahr 1986 variabel auf verschiedenen Abwehrpositionen aufgeboten. In der Aufstiegssaison 1986/87 spielte er abwechselnd Libero und Linksverteidiger und kam auf 31 Punktspieleinsätze, in denen er vier Tore erzielte. In seiner zweiten Oberligasaison ließ ihn Trainer Karl Trautmann in 22 Punktspielen ausschließlich als Libero spielen. Nach weiteren 17 Oberligaeinsätzen als Libero in der Saison 1988/89 verließ Wagenhaus den HFC. In sechs Spielzeiten hatte er für die 1. Mannschaft des HFC 123 Punktspiele bestritten, davon 48 mit neun Toren in der Oberliga.
Meisterschaft und Pokal mit Dynamo Dresden
Zur Saison 1989/90 schloss sich Wagenhaus dem DDR-Meister Dynamo Dresden an. Dort kam er erst am 4. Spieltag in der Oberliga zum Einsatz, nachdem sich Verteidiger Andreas Trautmann verletzt hatte. Bis zum Saisonende kam Wagenhaus insgesamt nur auf 17 Punktspiele und gehörte damit nicht zur Stammformation. Nachdem er auf diese Weise zur Verteidigung des Meistertitels beigetragen hatte, stand Wagenhaus als Vorstopper am 2. Juni 1990 mit Dynamo Dresden im Endspiel um den DDR-Fußballpokal, das die Dresdner mit 2:1 über den Zweitligisten PSV Schwerin gewannen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Wagenhaus bereits zwei A-Länderspiele bestritten. Sowohl in der Begegnung Frankreich - DDR (3:0) am 24. Januar 1990 als auch im Spiel Kuwait - DDR (1:2) am 26. Januar 1990 war er als Libero eingesetzt worden. Sein drittes Länderspiel fand am 12. September 1990 in Belgien statt. In ihrem letzten Länderspiel gewann die DDR-Mannschaft mit Wagenhaus als rechten Verteidiger mit 2:0. Inzwischen hatte auch die letzte Saison der DDR-Oberliga begonnen, die neben der Ermittlung des letzten DDR-Meisters auch der Qualifikation für die drei obersten DFB-Ligen diente.
Fußballprofi
Als Tabellenzweiter der letzten DDR-Oberligasaison 1990/91 qualifizierte sich Dynamo Dresden für die 1. Bundesliga. Wagenhaus war daran mit 22 Punktspieleinsätzen und zwei Toren in der Regel als Libero beteiligt. Unter Trainer Helmut Schulte begann Wagenhaus seine erste Bundesligasaison 1991/92 zunächst wieder als Libero, wurde danach aber auf stets wechselnden Abwehrpositionen eingesetzt. Von den 38 ausgetragenen Punktspielen bestritt er 27 Partien. 1992/93 experimentierte der neue Trainer Klaus Sammer in den ersten beiden Punktspielen mit Wagenhaus als Linksaußenstürmer, nahm ihn danach aber wieder in die Abwehr zurück. Nach nur unregelmäßigen Einsätzen bekam er erst vom 27. Spieltag unter Trainer Ralf Minge als Vorstopper wieder einen Stammplatz und kam so bei insgesamt 34 Punktspielen auf 21 Einsätze. Für die Saison 1993/94 wartete Dynamo Dresden mit Siegfried Held erneut mit einem neuen Trainer auf. Dieser setzte Wagenhaus nur in den beiden ersten Punktspielen als Vorstopper ein, danach war dessen Karriere bei Dynamo Dresden beendet. Von 1989 bis 1993 hatte Wagenhaus für die Dynamos 39 DDR-Oberligaspiele mit drei Toren und 50 Bundesligaspiele mit einem Tor absolviert. Von den acht Europapokalspielen der Dresdner in diesem Zeitraum bestritt Wagenhaus sieben Begegnungen.
Für ein Jahr spielte Wagenhaus 1994/95 bei dem türkischen Erstligisten Fenerbahçe Istanbul, kehrte danach nach Deutschland zurück, wo er einen Vertrag beim Zweitligisten SV Waldhof Mannheim erhielt. In Mannheim war er unter Trainer Uli Stielike drei Spielzeiten aktiv, verpasst jedoch den Aufstieg und bestritt 51 Punktspiele in der 2. Bundesliga, in denen er stets als Libero eingesetzt wurde. Als sein Vertrag am 31. Dezember 1996 endete, schloss sich Wagenhaus für ein halbes Jahr dem Schweizer Zweitligisten FC Gossau an, konnte dessen Abstieg in die dritte Liga aber nicht verhindern. Im Sommer 1997 beendete er seine Karriere als Leistungsfußballer.
Laufbahnende und Übergang ins Trainerleben
Von 1997 bis zu seinem Karriereende im folgenden Sommer spielte Wagenhaus beim VfL Halle 1896 in der Südstaffel der NOFV-Oberliga, in der dem VfL 1997/98 der 3. Platz gelang. In dieser Spielzeit war der frühere Nationalspieler auch letztmals im DFB-Pokal aktiv, in dem die Hallenser in Runde 1 mit 0:4 gegen Eintracht Frankfurt verloren. In Österreich kickte Wagenhaus nach der Jahrtausendwende in der viertklassigen Vorarlbergliga noch für den FC Dornbirn und den FC Schwarzach.
In den Jahren 2008 bis 2010 wirkte er als Trainer beim österreichischen FC Krumbach, zunächst als Torwartcoach der 2. Mannschaft und dann als Cheftrainer. Anfang 2011 übernahm Wagenhaus das Traineramt beim österreichischen FC Doren in der 5. Landesklasse Unterland. Im Sommer 2013 trainierte Wagenhaus die 2. Mannschaft vom FC Schwarzach in der 4. Landesklasse Vorarlberg, mit der er auf dem 7. Rang landete.
Nach knapp 16 Jahren in Österreich kehrte er Anfang 2016 nach Sachsen zurück und übernahm den Kreisligisten SV Haselbachtal. „Meine Frau Janine kommt aus der Gegend und hatte einfach Heimweh“, erklärte Wagenhaus. Hauptberuflich arbeitet er als Monteur bei einem Möbelgeschäft.
Nach einem Engagement beim SV Bischheim-Häslich übernahm er im Sommer 2020 den Kreisoberligisten SV Königsbrück-Laußnitz.
Statistik
- DDR-Oberliga: 87 Spiele (12 Tore)
- Bundesliga: 50 Spiele (1 Tor)
- 2. Bundesliga: 51 Spiele (2 Tore)
- Turkcell Süper Lig: 18 Spiele (1 Tor)
- Europapokal der Landesmeister: 7 Spiele
Bilder
- sonstiges
Saison 1995/96: Auf ein Täßchen Kaffee in der SVW-Geschäftsstelle im Carl-Benz-Stadion. Sekretärin Marion Wetterauer strahlt mit unseren Profis Norbert Hofmann, Tsanko Tsvetanov, Andreas Wagenhaus, Manfred Schnalke und Matthias Dehoust um die Wette. Nut nur des Fotos wegen.
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Benjamin Waldecker (* 2. Februar 1983 in Mannheim (43 Jahre)) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler.
Karriere
Mit dem Kicken begann Benjamin Waldecker bei der DJK SAndhofen und wechselte dann in die D-Jugend des SV Waldhof Mannheim. "Es folgten Nominierungen in die Badischen Auswahl und zwei Mal stand ich im erweiterten Kader der Jugendnationalmannschaft auf Abruf, aber es hatte zu einem Länderspiel nicht gereicht", blickt Waldecker auf seine Jugendzeit zurück.
Über die Jugend und die zweite Mannschaft, die in der Oberliga Baden-Württemberg spielte, kam er im Jahr 2003 - nach Insolvenz und Zwangsabstieg des SVW - in die erste Mannschaft des Vereins. "Es war eine bewegte Zeit damals, wir konnten 2004/2005 gerade noch den Klassenerhalt in der Oberliga schaffen", so Waldecker.
2006 wechselte er zum SV Sandhausen, mit dem er 2007 in die Regionalliga Süd und 2008 in die 3. Liga aufstieg. "Ich hatte bei den Sandhausenern vorgehabt, mein Studium durch Fußballspielen in der Oberliga zu finanzieren. Aber durch die Aufstiege bis in die 3. Bundesliga, musste ich das Studium unbeabsichtigt in die Länge ziehen", blickt der gebürtige Mannheimer auf eine sensationelle Zeit beim SVS zurück. Da Waldecker beim Drittligisten aber nicht mehr zum Zug kam, wechselte er im Juli 2010 für ein Jahr wieder zurück an den Alsenweg zu Trainer Reiner Hollich. Dort gelang wieder ein Aufstieg. Nach einer phänomenalen Aufholjagd fing man noch den FC Nöttingen ab und tütete am letzten Spieltag vor 18.000 Zuschauern durch ein 7:0 im Carl-Benz Stadion gegen den FV Illertissen den Aufstieg ein.
Waldecker war unter Hollich jedoch kein absoluter Stammspieler und hatte Bedenken wegen der künftigen Einsatzzeiten in der Regionalliga. Nach 35 Spielen und 7 Toren verließ Waldecker zum Sommer 2011 daher wieder den Alsenweg in Richtung SpVgg Neckarelz. Für die 75km Anfahrt gab es mit den anderen Spielern aus dem Mannheimer Raum wie Marc Ritschel, Fisnik Myftari und Ugur Beyazal eine Fahrgemeinschaft. Auch mit diesen stieg er unter Trainer Peter Hogen in der Saison 2012/13 in die Regionalliga aufstieg.
Seinen Magister-Abschluss als Sportwissenschaftler hatte Waldecker seit 2012 in der Tasche. Dann übernahm er jedoch mit seiner Ehefrau den Klima-Heizungs- und Sanitärbetrieb seines Schwiegervaters und machte eine Umschulung als Anlagenmechaniker für Heizung, Sanitär und Klima. Der Zeitaufwand beim Regionalligisten war nicht mehr vereinbar. Waldecker kam in der nächsten Spielzeit nur noch auf vier Einsätze und wechselte in der Winterpause zum Landesligisten TSV Amicitia Viernheim, um dort den Aufstieg zu realisieren. Während der Rückrunde warf Trainer Dennis Mackert das Handtuch und Waldecker übernahm mit zwei anderen das Training. Tatsächlich schaffte er nochmals einen Aufstieg - diesmal in die Verbandsliga Nordbaden - und beendete eine Spielzeit später im Juli 2015 seine Karriere.
Trainer
Bei Amicitia Viernheim war B-Lizenz-Inhaber Waldecker mehrere Jahre als Jugendtrainer tätig, bis er im Januar 2025 als Nachfolger von Battal Külcü das Training der abstiegsbedrohten Landesliga-Herren übernahm.
Sonstiges
Am letzten Spieltag 11. Juni 2011, beim Aufstiegsspiel gegen den FV Illertissen (7:0), hatte "Benjamin Waldecker seinen Polterabend". Kuriose Planung? Hartmann nahm den Teamkollegen in Schutz: "Als er das geplant hat, hat wohl keiner mehr an eine Meisterfeier am selben Tag geglaubt."
Bilder
Hinten v.I.: Sven Bopp, Umut Erdogan, Sebastian Gau, Mario Göttlicher. Matthias Gutzler, Benjamin Waldecker, Daniel Reuter, Christian Klaus. Mitte v.I.: Co-Trainer Jener Külbag, Ümit Capraz, Alexander Göhring, Christian Beisel, Viktor Göhring, David Szabo, Maciej Kubinski, Ahmet Bozkoyun, Sascha Keil, Filippo Graziano, Abteilungsleiter Rainer Spagerer, Trainer Walter Pradt. Vorne v.l.: Zeugwart Bernd Klotz. Caglayan Altuntas, Jean-Pierre Rubio-Sanchez, Julien Jourdan, Erik Daniel, Ken Asaeda, Angelo Lucchese, Pressewart Ronald Ding.
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Alfred Schön (* 13. Januar 1962 (64) in Wiesloch) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und Trainer. Er spielte in der Fußball-Bundesliga und der französischen Ligue 1 und war Juniorenweltmeister.
Karriere
Alfred Schön, dessen Heimatverein der FC Frauenweiler ist, kam über den VfB Wiesloch 1978 zum SV Waldhof. Der Mittelfeldspieler blieb den Waldhof-Fans in besonderer Erinnerung. War er es doch, der am 13. August 1983 im Südweststadion zu Ludwigshafen das erste Bundesligator für Waldhof Mannheim schoß. Zu seinen größten Erfolgen zählen der Gewinn der U 19 Weltmeisterschaft und die Teilnahme an den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles. Im Juli 1983 bestand Alfred Schön als Bester die Prüfung zum Verwaltungsangestellten bei der Stadt Mannheim. Sein Sohn Andreas Schön spielte u.a. beim VfR Aaalen und bei Werder II.
Spieler
Schön lernte das Fußballspielen in seiner Heimatstadt beim FC Frauenweiler und beim VfB Wiesloch. Dort wurde er in die Badische Auswahl berufen und fiel den Blau-Schwarzen auf. 1978 wechselte er zum SV Waldhof Mannheim und wurde Stammspieler in den in dieser Zeit hochklassigen Jugendmannschaften des Waldhofs. Dort wurde er 1980 unter Trainer Kurt Kobberger Deutscher A-Jugend Meister. Am 12. Juli 1980 gelang im Endspiel gegen Schalke 04 ein 2:1. Ein Jahr später wurde er Juniorenweltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft. Er hatte zwar keine Laufbahn in den U-Mannschaften des DFB hinter sich, aber durch seine Leistungen beim SVW hat ihn U20-Bundestrainer Dietrich Weise kurz vor der WM zu einem Lehrgang nach Frankfurt eingeladen, wo er überzeugte. Bei dem Turnier erzielte er in der Verlängerung des Halbfinales gegen Rumänien das 1:0.
Beim Waldhof wurde er in diesem Jahr als Amateur bereits in der ersten Mannschaft eingesetzt und konnte sich mit ihr für die eingleisige 2. Bundesliga qualifizieren. Er etablierte sich rasch als Stammspieler und zusammen mit fünf Mannschaftskollegen aus der A-Jugend-Meistermannschaft gelang 1983 der Aufstieg in die 1. Bundesliga, in der Schön im ersten Spiel gegen Werder Bremen das erste Bundesligator der Waldhofgeschichte schoss. 1984 war er mit zwei anderen Waldhofspielern Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in Los Angeles.
Anschließend folgten Schöns größte Erfolge als Vereinsspieler. In der Saison 1984/85 wurde der SV Waldhof sechster in der Bundesliga und verpasste nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses die Teilnahme am UEFA-Pokal. In der Saison darauf konnte im DFB-Pokal das Halbfinale erreicht werden, in dem die Mannschaft dem späteren Pokalsieger FC Bayern München unterlag. Danach wurde der Waldhof schwächer, weil aufgrund der finanziellen Gegebenheiten jedes Jahr starke Spieler abgegeben werden mussten. Auch Alfred Schön verließ den Verein und wechselte 1988 zu den Stuttgarter Kickers, mit denen er in die 2. Bundesliga abstieg.
Nachdem auch der SV Waldhof abgestiegen war, wechselte er nochmal für eine Saison zu seinem alten Verein. Anschließend spielte Schön von 1991 bis 1993 beim AS Nancy in der ersten und zweiten französischen Liga, ehe er 1993/94 nochmals in der 2. Bundesliga beim FC Carl Zeiss Jena aktiv war. Zum Abschluss seiner Karriere spielte Schön von 1994 bis 1998 für die TSG Hoffenheim in der Landesliga und in der Verbandsliga.
Alfred Schön absolvierte in seiner Karriere 180 Spiele in der Bundesliga, in der er 9 Tore schoss, und 159 Zweitligaspiele mit 6 Toren sowie 18 DFB-Pokalspiele mit 3 Toren. Hinzu kommen 30 Spiele und 1 Tor in der ersten und 11 Spiele in der zweiten französischen Liga. Schön kam auf 4 Einsätze mit der deutschen Olympia-Auswahl sowie zu 14 Spielen und einem Tor mit der Junioren-Nationalmannschaft.
Erfolge
Am 18. Oktober 1981 wurde Alfred Schön U 19-Weltmeister.Mit 4:0 gewann Deutschland im Cricket Ground in Sidney gegen Katar. Zuvor schoß er im Halbfinale gegen Rumänien das entscheidende 1:0 in der Verlängerung. Ein weiterer Erfolg war die Teilnahme an den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles. Alfred Schön spielte 14 mal in der U-21, einmal in der B-Nationalmannschaft und viermal für die Olympia-Auswahl für Deutschland
Trainer
Nach seiner aktiven Zeit als Spieler wurde Alfred Schön Trainer bei der TSG 1899 Hoffenheim. Er führte den Verein 2000 von der Verbandsliga Baden in die Oberliga Baden-Württemberg. Danach war er Co-Trainer unter Hansi Flick. 2006 war Schön nochmal Interims-Trainer der ersten Mannschaft in der Regionalliga Süd und danach Trainer der zweiten Mannschaft. Seitdem arbeitet Alfred Schön als Scout und Juniorentrainer bei der TSG 1899 Hoffenheim. 2010 wurde er zum Chefscout befördert.
Bilder
- Autogrammkarten
Saison 1980-1981
Saison 1980-1981
Saison 1981-1982
Saison 1983-1984
Saison 1984-1985
Saison 1985-1986
Saison 1987-1988
Saison 1990-1991
- sonstiges
13. August 1983: Alfred Schön erzielt das erste Bundesliga-Tor des SV Waldhof. Bremens Keeper Dieter Burdenski sowie die Abwehrspieler Klaus Fichtel (rechts) und der gebürtige Mannheimer Thomas Schaaf kommen zu spät.
Alfred Schön mit Mutter Lisa und Tochter Lisa-Maria
17. Oktober 1987
SVW-Karlsruher SC
Richard Wirth Blick sagt mehr als tausend Worte. Schiedsrichter Weber stellte Alfred Schön wegen wiederholtem Foulspielvom Platz.
4:1
- Nationalmannschaft
1980-1981
Die deutsche U-19, die 1981 in Australien den Weltmeisterschaftstitel erkämpfte:1981
Alfred Schön bei der deutsche U-19 Nationalmannschaft
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