SV Waldhof-SSV Ulm 81207
Vor der Saison-Rekordkullisse von 6689 Besuchern hat der SV Waldhof sich und seinen Anhängern ein vorweihnachtliches Fest beschert. Grenzenloser Jubel, stehende Ovationen und lautstarke „Nie mehr, Oberliga“-Gesänge von den Rängen verabschiedeten die Conrad-Elf nach dem 1:0 (1:0)-Erfolg im Spitzenspiel gegen den SSV Ulm in die Winterpause. Das „Tor des Tages“ gelang Daniel Reule (35.), der nach einem von Thomas Ollhoff maßgerechten 50-Meter-Pass auf halblinker Position abnahm und das Leder flach rechts unten an SSV-Keeper Betz vorbei schob.
Gegen die zuvor in 13 Spielen ungeschlagenen „Spatzen“ baute der SVW die eigene Serie auf nun zwölf Partien ohne Niederlage aus: „Aufgrund unserer kämpferischen Leistung in der zweiten Hälfte haben wir verdient gewonnen. Trotzdem dürfen wir im neuen Jahr nicht nachlassen“, diktiert der strahlende Torschütze den Medienvertreten in die Notizblöcke und setzt eins drauf: „Herr Lamm hat gesagt, dass ich wegen meiner Rückennummer 18 Tore versprochen hätte? Das wusste ich nicht. Aber ich nehme an“, strahlte der 24-Jährige über die Aussage des SVW-Beraters. Gestern markierte Reule Treffer neun.
In der ersten Halbzeit einer auf Regionalliga-Nivaeu vor Zweitliga-Kulisse stehenden Partie hatte Ulm mehr vom Spiel. Die Elf von Trainer Paul Sauter machte klug die Räume eng. In der intensiven und mit hohem Tempo geführten Partie hatten die Blau-Schwarzen ihre Mühe, ihr zuletzt erfolgsverwöhntes Kombinationsspiel aufzuziehen. Und der SVW hatte Glück, als Miguel Coulibaly zwar schon Torsteher Daniel Tsiflidis ausgetrickst hatte, dann aber das völlig leere Tor nicht traf (19.): „Das war die Chance im Spiel. Den muss er machen“, haderte Sauter. Für Conradhieß es da tief durchatmen: „Wenn Coulibaly das Tor macht, wird es schwer für uns.“
„Der Trainer hat uns in der Kabine gesagt, wir sollen noch einmal 45 Minuten Vollgas geben. Dann ist Weihnachten“, klärte Daniel Reule auf: Gesagt, getan. Denn nach dem Wechsel nahmen Babatz und Co. das Heft in die Hand. Kevin Wittke (64./80.), Thomas Ollhoff (68./81) und Marco Laping (69.) erarbeiteten sich weitere Möglichkeiten, Ulm hält dagegen, findet aber seinerseits die Lücke nicht. Mit dem Schlusspfiff vewandelt sich das Carl-Benz-Stadion in ein lange nicht mehr da gewesenes Freudenhaus. Die Stimmung für die folgende Weihnachtsfeier des Teams erlebt den ersten Höhepunkt.
Roland Bode
SVW: Daniel Tsiflidis – René Schwall, Janis Crone, Echendu Adiele, Marco Laping, Dennis Weiland (32. Ermin Melunovic), Christof Babatz, Kevin Wittke (82. Daniel Schommer), Thomas Ollhoff, Daniel Reule (66. Christian Schilling), Emin Ismaili.
Quelle: Mannheimer Morgen / Sonntag Aktuell