Hans-Jürgen Sundermann
| Jürgen Sundermann | ||
| Spielerinformationen | ||
|---|---|---|
| Voller Name | Hans-Jürgen Sundermann | |
| Geburtstag | 25. Januar 1940 | |
| Geburtsort | Mülheim an der Ruhr, | |
| Nationalität | ||
| Sterbedatum | 4. Oktober 2022 | |
| Sterbeort | Leonberg, | |
| Trikotnummer | 1. FC Styrum | |
| Vereine in der Jugend | ||
| 1949-1957 | ||
| Vereine als Aktiver | ||
| Jahre | Verein | Spiele (Tore)1 |
| 07/1958 - 06/1962 07/1962 - 06/1964 07/1964 - 06/1966 07/1966 - 06/1968 07/1968 - 12/1971 01/1972 - 06/1976 |
||
| Nationalmannschaft | ||
| 1960 | 1 (0) | |
| Stationen als Trainer | ||
| 01/1972 - 06/1976 07/1976 - 06/1979 07/1979 - 06/1980 07/1980 - 06/1982 07/1982 - 01/1983 01/1983 - 06/1983 07/1983 - 02/1985 07/1985 - 03/1986 04/1986 - 10/1988 12/1989 - 12/1990 05/1991 - 06/1993 07/1993 - 09/1993 02/1994 - 04/1994 10/1994 - 03/1995 04/1995 - 06/1995 07/1995 - 06/1996 01/1997 - 06/1997 01/1999 - 06/1999 |
||
|
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
| ||
Hans-Jürgen Sundermann (* 25. Januar 1940 (86) in Mülheim an der Ruhr; † 4. Oktober 2022 in Leonberg), war ein deutscher Fußballspieler und -trainer.
Inhaltsverzeichnis
Leben
Nach dem Abitur am Städtischen Gymnasium in Mülheim an der Ruhr spielte er in den 1960er und 1970er Jahren für 1. FC Mülheim, Rot-Weiß Oberhausen, Viktoria Köln und Hertha BSC sowie in der Schweiz beim FC Basel und Servette Genf. Für Oberhausen absolvierte er von 1958 bis 1962 in der damals erstklassigen Fußball-Oberliga West 87 Spiele mit zwei Toren. Im letzten Jahr des alten Oberligasystems, 1962/63, kamen noch unter Trainer Hennes Weisweiler bei Viktoria Köln 30 weitere Oberligaeinsätze mit drei Treffern hinzu. Ab der Saison 1963/64 lief die Fußball-Bundesliga und darunter als Zweitklassigkeit die Fußball-Regionalligen. Im Debütjahr der Fußball-Regionalliga West, 1963/64, war der zumeist als Außenläufer spielende Sundermann für die Viktoria in 34 Ligaspielen aktiv und erzielte dabei drei Tore. Dann nahme er zur Runde 1964/65 das Angebot des Bundesligisten Hertha BSC an und wechselte vom Rhein an die Spree. An der Seite der Mitspieler Hans Eder, Otto Rehhagel, Hans-Günter Schimmöller, Uwe Klimaschefski und Willibert Kremer bestritt er 29 Bundesligaspiele und belegte mit Hertha den 14. Platz. Nach der Runde wurden die Berliner wegen erheblicher Verstöße gegen die DFB-Statuten in die Regionalliga zwangsversetzt. In der Saison 1965/66 gewann Sundermann mit der Hertha überlegen mit 58:2 Punkten die Berliner Meisterschaft vor Tennis Borussia und dem Spandauer SV. Er hatte dabei in 26 Ligaspielen acht Treffer erzielt. In der Aufstiegsrunde zur Fußball-Bundesliga konnte sich Hertha aber nicht gegen Fortuna Düsseldorf, FK Pirmasens und Kickers Offenbach behaupten. Danach wechselte er in die Schweiz zu Servette Genf, FC Basel und nochmals nach Genf. In der Schweiz gewann er 1969, 1970 und 1972 den Meistertitel.
Im März 1960 absolvierte unter Nationaltrainer Sepp Herberger beim 2:1 gegen Chile sein einziges A-Länderspiel mit der Deutschen Fußballnationalmannschaft. Mit zwei Einsätzen in der U 23-Auswahl war seine internationale Laufbahn aber beendet.
Trainerlaufbahn
Noch während seiner aktiven Karriere wurde Sundermann erst Spielertrainer bei Servette Genf und später Trainer bei diversen Vereinen, unter anderem bei Racing Straßburg, FC Schalke 04, Hertha BSC, Trabzonspor, SpVgg Unterhaching, VfB Leipzig, Grasshoppers Zürich und SV Waldhof Mannheim. Dreimal war er Trainer des VfB Stuttgart, von 1976 bis 1979, von 1980 bis 1982 sowie im Frühsommer 1995. 1977 gelang ihm mit dem VfB der Aufstieg in die Bundesliga.[1] In den folgenden Jahren führte er die Mannschaft dreimal auf einen Platz unter den ersten vier. Die Erfolge brachten ihm den Spitznamen „Wundermann“ ein.[2]
Waldhof Mannheim
Am vorletzten Spieltag der Saison 1992-1993 stand für Jürgen Sundermann und den VfB Leipzig ein entscheidendes Spiel gegen den SV Waldhof Mannheim an. Beide Mannschaften befanden sich im Aufstiegsrennen, und das Spiel hatte eine besondere Note: Es war bereits bekannt geworden, dass Sundermann ab der nächsten Saison als Trainer zum SV Waldhof wechseln würde.
Trotz dieser Situation betonte Sundermann, dass er bis zum Ende seines Vertrags mit dem VfB Leipzig mit vollem Einsatz für seinen Verein arbeiten würde. Das Spiel endete schließlich vor erwartungsfrohen 15.200 Zuschauer mit einem müden 0:0, dass die Fans des SV Waldhof bitter enttäuschte. Wieder einmal hatten die Waldhöfer in einer entscheidenden Partie versagt … ein Szenario, dass sich noch einmal wiederholen sollte. Der VfB Leipzig schaffte es eine Woche später in die Bundesliga aufzusteigen und der SV Waldhof hingegen musste unter Trainer Jürgen Sundermann, der Klaus Toppmöller beerbte, in der zweiten Liga bleiben.
Sundermanns Zeit beim SV Waldhof war jedoch nur von kurzer Dauer. Nach einer Niederlage gegen den SV Meppen und einem schlechten Start in die neue Saison, musste der damals 53-jährige Trainer seine Koffer packen. Seine Amtszeit beim SV Waldhof beschränkte sich somit auf lediglich sieben Spiele.
Diese Episode zeigt, wie schnelllebig das Fußballgeschäft sein kann und wie Entscheidungen über Trainerwechsel oft von kurzfristigen Ergebnissen abhängig gemacht werden. Für Jürgen Sundermann war es sicherlich enttäuschend, dass seine Zeit beim SV Waldhof so abrupt endete. Dennoch bleibt er als erfahrener Trainer und Fußballfachmann in Erinnerung, der sowohl beim VfB Leipzig als auch beim SV Waldhof Mannheim seine Spuren hinterlassen hat.
Privates
Er heiratete 1966 Monika Nehls, die später unter ihrem Ehenamen als Moderationsassistentin bei Dalli Dalli bekannt wurde. Das Paar, das zwei Söhne hatte, lebte in Leonberg bei Stuttgart. Sundermann war als Nachwuchsförderer aktiv und gründete das FAZ (Fußball-Ausbildungs-Zentrum) Jürgen Sundermann. Er starb am 4. Oktober 2022 im Alter von 82 Jahren in Leonberg.[3][4]
Spielerstationen
- 1. FC Styrum (1949-57)
- Rot-Weiß Oberhausen (1957-62)
- Viktoria Köln (1962-64)
- Hertha BSC (1964-66)
- Servette Genf (1966-68)
- FC Basel (1968-72)
- Servette Genf (1972-75)[5]
siehe auch
Weblinks
- Jürgen Sundermann bei fussballdaten.de
- Informationen zum FAZ Jürgen Sundermann
- Hans-Jürgen Sundermann in der Datenbank von weltfussball.de
Einzelnachweise
- ↑ Risiko geteilt Der Spiegel 18/1978 vom 1. Mai 1978, S. 172–175; abgerufen am 6. Juni 2012
- ↑ 1977/78: VfB feiert „Wundermann“ Sundermann, bundesliga.de, 21. Januar 2009, abgerufen am 6. Juni 2012
- ↑ Tiefe Trauer um Jürgen Sundermann.
- ↑ Trainerlegende des VfB Stuttgart: Jürgen Sundermann ist tot. In: stuttgarter-nachrichten.de, 2022-10-05
- ↑ Fritz Tauber: Deutsche Fußballnationalspieler. Spielerstatistiken von A bis Z. Agon-Verlag, Kassel 2010, ISBN 978-3-89784-366-0, Seite 191
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Sundermann, Jürgen |
| ALTERNATIVNAMEN | Sundermann, Hans-Jürgen |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Fußballspieler und Fußballtrainer |
| GEBURTSDATUM | 25. Januar 1940 |
| GEBURTSORT | Mülheim an der Ruhr, Deutschland |
| STERBEDATUM | 4. Oktober 2022 |
| STERBEORT | Leonberg, Deutschland |
