BuweFabrik

Aus WikiWaldhof
Wechseln zu: Navigation, Suche

Geschichte

Mit dem Ende der Zusammenarbeit mit dem langjährigen Kooperationspartner Anpfiff ins Leben e.V. (AiL) wurde der Nachwuchsbereich zum 30. Juni 2023 wieder in die alleinige Verantwortung des Vereins übergehen. Dabei wird das bisherige Jugendförderzentrum künftig als BuweFabrik auftreten und so an die Wurzeln des SV Waldhof erinnern. Seit 2008 steuerte Anpfiff ins Leben jährlich rund 400.000 Euro bei. AiL war am Standort Mannheim ausgestiegen, nachdem der DFB den Waldhof-Antrag zur Installierung eines professionellen Nachwuchsleistungszentrums unter Verweis auf die Verbindung mit Hoffenheims Geldgeber Dietmar Hopp abgelehnt hatte. Ein positives Fazit konnte bei der Sponsorensuche für die Jugendabteilung nach dem Ende der Zusammenarbeit mit AiL gezogen werden. "Hier dürfen wir uns ausdrücklich bei Vizepräsident Horst Seyfferle bedanken, der tatsächlich Sponsoren für die Jugendabteilung gewinnen konnte, die mit ihrem Engagement dafür sorgen, dass beim Waldhof auch in Zukunft gehobener Jugendfußball gespielt werden kann," bilanzierte Matthias Findeisen vom Aufsichtsrat. Beispielsweise stellt das Frankenthaler Autohaus Bukur zwei Fahrzeuge kostenlos zur Verfügung.

Bis heute ist der SVW weit über die Grenzen der Region hinaus für seine hervorragende Jugendarbeit bekannt. Angefangen hat dies mit jener legendären Mannschaft, die 1939 bis ins Finale des deutschen Pokal vorstieß und den Begriff der „Waldhof Buben“ prägte, als sieben Spieler unter 21 Jahren in der Startelf standen.

Der als „Wunder Waldhof“ bekannt gewordene Aufstieg in die Bundesliga im Jahr 1983 basierte ebenso auf einer außergewöhnlichen Nachwuchsförderung. Im damaligen Kader standen nicht weniger als elf Spieler, die im eigenen Verein ausgebildet worden waren. Sechs dieser Spieler hatten bereits drei Jahre zuvor in der A-Jugend für Furore gesorgt, als sie mit einem 2:1-Sieg über den FC Schalke 04 Deutscher Meister wurden.

Später galt der SV Waldhof als die Manndeckerschule der Nation, da man unter anderem mit Bernd und Karlheinz Förster, Jürgen Kohler, Dimitrios Tsionanis oder Christian Wörns regelmäßig herausragende Verteidiger hervorbrachte.

Insgesamt 17 spätere A-Nationalspieler durchliefen die Juniorenteams des SVW. Darunter der legendäre Otto Siffling, nach dem heute die Fantribüne im Carl-Benz-Stadion benannt ist. Holz, wie Siffling genannt wurde, schrieb unter anderem Geschichte, als er als Teil der „Breslau-Elf“ 1937 fünf Tore im Länderspiel gegen Dänemark erzielte.

Mit Sepp Herberger stammt eine weitere Fußball-Ikone aus der Mannheimer Talentschmiede. Bei den Blau-Schwarzen reifte er zum Nationalspieler und sorgte später als Trainer für das „Wunder von Bern“, als Deutschland 1954 erstmals Weltmeister wurde.

Gegenwart

An diese Tradition soll nun angeknüpft werden. Dazu werden ab Sommer alle Teams unterhalb der Profimannschaft unter der einheitlichen Dachmarke „BuweFabrik“ zusammengefasst. Damit wird zum einen ein direkter Bezug zur Geschichte des SV Waldhof als Arbeiterverein in der Industriestadt Mannheim hergestellt und zum anderen soll den Jugendlichen vermittelt werden, dass harte Arbeit Voraussetzung für jeden Erfolg ist. Mit Kennedy Okpala wurde seit längerem endlich wieder ein im Verein ausgebildeter Spieler für die erste Mannschaft entwickelt.

Im Oktober 2023 konnte Vizepräsident Horst Seyfferle feststellen: „Die Stimmung ist top, der Zusammenhalt ist gut und die Mannschaften funktionieren alle“.[1] Gemeinsam mit dem neuen Jugendleiter Matthias Findeisen hat Seyfferle die Jugendarbeit vor dem Aus bewahrt. In unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit musste das Duo Sponsoren für die Jugend suchen sowie Spieler und Trainer für die U-Mannschaften finden. Und das alles unter immensem Zeitdruck.

Aktuelles Projekt ist die Sanierung und Vergrößerung des Kunstrasenplatzes. Der Platz wurde benötigt, da die U17 im Juni 2024 den Aufstieg in die neu geschaffene Nachwuchsleistungs-Liga schaffte.[2] Die Gesamtkosten belaufen sich auf einen mittleren sechsstelligen Betrag. Abzüglich der Fördergelder muss hierbei ein Eigenanteil von ca. 250.000 Euro aufgewendet werden.

Im Juni 2024 wurde bekannt, dass bzgl. Nachwuchsleistungszentrum ein neuer Anlauf genommen wird. "Die Botschaft ist, dass wir das als gemeinsames Projekt des SV Waldhof angehen wollen - also Hauptverein und Spielbetriebs GmbH zusammen" sagte Vizepräsident Horst Seyfferle.[3] Dazu sollen die Leistungsteams U17, U19 und U21 an die Spielbetriebs-GmbH angeschlossen werden, welche die Kosten in Höhe von ca. EUR 200.000 übernimmt. Der SV Waldhof hat dementsprechend auch die ruhende Lizenzierung zum Nachwuchsleistungszentrum wieder aktiviert.

Quellen

Einzelnachweise

  1. "BuweFabrik" des SV Waldhof Mannheim „auf einem sehr guten Weg“ mannheimer-morgen.de vom 15.10.2023, abgerufen am 30. Mai 2024
  2. U17 steigt in höchste Spielklasse auf rnz.de vom 8.6.2024, abgerufen am 8. Juni 2024
  3. Warum der SV Waldhof überraschend einen neuen Anlauf für ein Nachwuchsleistungszentrum wagt mannheimer-morgen.de vom 27.6.2024, abgerufen am 28. Juni 2024


Sie wollen hier in mehr als 20.000 Artikeln Ihre Werbung sehen? Schreiben Sie uns einfach an.