Südweststadion
| Südweststadion | |
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| Blick in das Südweststadion (2008) | |
| Frühere Namen | |
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Adolf-Hitler-Stadion | |
| Daten | |
| Ort | Erich-Reimann-Straße 38 |
| Eigentümer | Stadt Ludwigshafen am Rhein |
| Baubeginn | 1937 |
| Eröffnung | 1940 |
| Renovierungen | 2007 |
| Oberfläche | Naturrasen |
| Kapazität | 6.000 Plätze 41.383 Plätze (vor dem Umbau) |
| Verein(e) | |
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Das Südweststadion ist das größte Stadion der Stadt Ludwigshafen am Rhein und gehört zu den traditionsreichsten Spielstätten im Südwesten Deutschlands. Es war zeitweise die vierte Spielstätte des SV Waldhof Mannheim und diente neben dem Fußball auch über viele Jahrzehnte als Veranstaltungsort für bedeutende Open-Air-Konzerte internationaler Künstler wie Elton John, Michael Jackson, Peter Maffay, Metallica, Iron Maiden, Eros Ramazzotti, Bon Jovi, Herbert Grönemeyer und Bruce Springsteen.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte
Der Spatenstich für das Stadion erfolgte im Jahr 1937. Bereits 1940 wurde die Anlage unter dem Namen „Adolf-Hitler-Stadion“ eröffnet und bot zunächst rund 14.000 Zuschauern Platz.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Stadion weitgehend zerstört. Der Wiederaufbau begann ab 1946 unter Verwendung von Trümmerschutt aus der Ludwigshafener Innenstadt sowie aus Mannheim.
Die Wiedereröffnung erfolgte am 11. November 1950.[1] In den folgenden Jahren entwickelte sich das Stadion zu einer der größten Sportstätten in Süddeutschland und erreichte ein Fassungsvermögen von 41.383 Zuschauern.
Der Zuschauerrekord wurde im Jahr 1952 beim Endspiel um die deutsche Meisterschaft zwischen dem VfB Stuttgart und dem 1. FC Saarbrücken erzielt. Durch zusätzliche Tribünen verfolgten rund 83.000 Zuschauer das Spiel.
In den Jahrzehnten danach war das Südweststadion Austragungsort zahlreicher hochklassiger Sportereignisse, darunter DFB-Pokalfinals und mehrere Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft.
Nutzung durch Vereine
Im Laufe seiner Geschichte wurde das Stadion von verschiedenen Vereinen genutzt:
- FC Arminia Ludwigshafen (1952–1979)
- 1. FC Kaiserslautern (1978/79, während Stadionumbau am Betzenberg)
- SV Waldhof Mannheim (1983–1989)
- FSV Oggersheim (2005–2009)
Zu Beginn der Saison 1978/79 wich der 1. FC Kaiserslautern aufgrund von Umbauarbeiten am Betzenberg für zwei Heimspiele in das Südweststadion aus.
SV Waldhof Mannheim im Südweststadion
Besondere Bedeutung erlangte das Südweststadion für den SV Waldhof Mannheim während dessen Bundesligazeit.
Da das eigene Stadion am Alsenweg nicht den Anforderungen des DFB entsprach, trug der Verein zwischen 1983 und 1989 insgesamt 102 Bundesligaspiele in Ludwigshafen aus.
Die Erinnerungen an die erfolgreichsten Jahre des SV Waldhof Mannheim sind untrennbar mit dem Südweststadion in Ludwigshafen am Rhein verbunden. In sechs seiner insgesamt sieben Bundesligaspielzeiten – von 1983 bis 1989 – trugen die Blau-Schwarzen hier ihre Heimspiele aus.
In dieser Zeit gaben sämtliche Spitzenmannschaften des deutschen Fußballs ihre Visitenkarte auf der anderen Rheinseite ab. Gegner wie der FC Bayern München, Borussia Mönchengladbach, Borussia Dortmund, der Hamburger SV, FC Schalke 04, Bayer 04 Leverkusen oder der 1. FC Köln sorgten für eine große nationale Aufmerksamkeit. Das Stadion fasste seinerzeit – inklusive zusätzlicher Tribünen – bis zu 44.000 Zuschauer und wurde zu einer der prägendsten Spielstätten der Vereinsgeschichte.
Historischer Auftakt 1983
Der Beginn dieser Ära ist eng mit dem 13. August 1983 verbunden, der für viele Anhänger des SV Waldhof bis heute ein unvergessliches Datum darstellt.
Zum Bundesligaauftakt empfing der Aufsteiger den SV Werder Bremen, der als amtierender Vizemeister mit zahlreichen namhaften Spielern wie Dieter Burdenski, Rudi Völler, Thomas Schaaf, Klaus Fichtel, Bruno Pezzey und Benno Möhlmann angereist war. Trainer der Bremer war Otto Rehhagel.
Der euphorisierte Neuling aus Mannheim setzte jedoch ein Ausrufezeichen: Bereits in der 8. Minute erzielte Alfred Schön das erste Bundesligator der Vereinsgeschichte und wurde damit zur Symbolfigur dieses Tages. In der 23. Minute erhöhte Fritz Walter auf 2:0, was im Stadion für große Begeisterung sorgte.
Klaus Schlappner über die Zeit im Südweststadion
Trainerlegende Klaus Schlappner, der die Mannschaft ins Oberhaus geführt hatte, erinnerte sich später an diese Zeit: Es war ein Paukenschlag zum Auftakt, mit dem niemand gerechnet hat, außer wir selbst.
Auch zum Umzug vom traditionsreichen Alsenweg nach Ludwigshafen äußerte sich Schlappner:
Ehrlich gesagt habe ich mir darüber damals gar keine Gedanken gemacht. Ludwigshafen gehört für mich genauso zur Kurpfalz. Wir waren zwar nicht ‚dahäm‘, aber immer noch zu Hause. Das Südweststadion war zwar schon in die Jahre gekommen, erfüllte aber die Anforderungen. Besonders wichtig war, dass unsere Fans den Weg mitgegangen sind – unter anderem durch Sonder-Straßenbahnen und in den Eintrittspreisen enthaltene Fahrtkosten. Ich habe nur gute Erinnerungen an das Stadion.
Bilanz der Bundesligajahre
Der SV Waldhof Mannheim absolvierte im Südweststadion insgesamt 102 Bundesligaspiele. Die sportliche Bilanz dieser Zeit fällt bemerkenswert positiv aus:
- 44 Siege
- 36 Unentschieden
- 22 Niederlagen
- 170:130 Tore
- 154 Punkte (hochgerechnet nach der Drei-Punkte-Regel)
Diese Jahre zählen bis heute zu den erfolgreichsten Abschnitten der Vereinsgeschichte.
Die erste siegreiche Startelf
Die Startelf des historischen ersten Bundesligaspiels gegen Werder Bremen setzte sich wie folgt zusammen:
Trainer: Klaus Schlappner
Infrastruktur und Ausbau
Im Jahr 1985 wurde eine moderne Flutlichtanlage installiert, die den Spielbetrieb auch bei Abendveranstaltungen ermöglichte.
Niedergang und heutige Situation
Heute befindet sich das Südweststadion in einem deutlich eingeschränkten baulichen Zustand. Da kein langfristiger Hauptnutzer vorhanden ist, fehlen die finanziellen Mittel für eine umfassende Modernisierung.
Die Stehtribünen in beiden Kurven mussten aufgrund von Baufälligkeit gesperrt werden.
Nach dem Aufstieg des FSV Oggersheim in die Regionalliga im Jahr 2007 entschied sich die Stadt Ludwigshafen zu Renovierungsmaßnahmen im Umfang von rund 1,5 Millionen Euro. Dabei wurden vor allem die Sicherheitsanforderungen des DFB umgesetzt.[2]
Seitdem ist die Kapazität des Stadions auf etwa 6.100 Zuschauer reduziert.
Bedeutung
Obwohl das Südweststadion heute nur noch eingeschränkt genutzt wird und seine Kapazität auf etwa 6.000 Zuschauer reduziert wurde, bleibt es eng mit den erfolgreichsten Jahren des SV Waldhof Mannheim verbunden. Für viele Fans steht das Stadion stellvertretend für die Zeit des „Wunder Waldhof“ – eine Phase, in der sich der Verein dauerhaft im deutschen Spitzenfußball etablieren konnte.
Bedeutende Fußballspiele
Meisterschaftsfinale
1952: 22.06.1952 VfB Stuttgart -1.FC Saarbrücken 3-2
Pokalfinals
1968: 09.06.1968 1.FC Köln - VfL Bochum 4-1
1954: 17.04.1954 VfB Stuttgart - 1.FC Köln 1-0 n.V.
(die Pokalfinals zogen jeweils 60.000 Besucher an)
Pokalhalbfinale
1986 25.04.1986 SV Waldhof- FC Bayern 0:2
Spielbericht
Länderspiele
1966: 01.06.1966 Deutschland - Rumänien 1-0
1964: 29.04.1964 Deutschland - Tschechoslowakei 3-4
1960: 27.04.1960 Deutschland - Portugal 2-1
1952: 21.12.1952 Deutschland - Jugoslawien 3-2
(alle Länderspiele waren Freundschaftsspiele)
SV Waldhof im Südweststadion
Es sind die Erinnerungen an die besseren Tage des SV Waldhof, die sich zwangsläufig mit dem Südweststadion in Ludwigshafen verbinden. Sechs ihrer insgesamt sieben Bundesligajahre (1983 bis 1989) trugen die Blau-Schwarzen dort ihre Heimspiele aus.
Der FC Bayern München kam, Mönchengladbach, Dortmund, Hamburg, Schalke, Leverkusen, Köln – die ganzen Größen des nationalen Fußballs gaben auf der anderen Seite des Rheins ihre Visitenkarte in der damals bis zu 44.000 Zuschauer (Zusatztribünen eingerechnet) fassenden vereinshistorisch denkwürdigen Spielstätte ab.
Alfred Schön wird zur Legende
Begonnen hatte das Gastspiel an einem malerischen Sommertag. Der 13. August 1983 ist bis heute jedem Fan, der damals dabei war, in Erinnerung geblieben. Als Vorjahres-Vizemeister machte der SV Werder Bremen mit Trainer Otto Rehhagel und Spielern wie Dieter Burdenski, Rudi Völler, Thomas Schaaf, Klaus Fichtel, Bruno Pezzey oder Benno Möhlmann Station beim SVW. Der vom „Wunder Waldhof“ über den Sommer getragene und euphorisierte Aufsteiger zeigte dem Favoriten gleich einmal die Krallen. Alfred Schön erzielte schon nach acht Minuten das legendäre 1:0 und verschaffte sich mit dem ersten Bundesligator einen festen Eintrag in der inzwischen 108-Jährigen Vereinsgeschichte. Und als Fritz Walter nur eine Viertelstunde später (23.) das 2:0 nachlegte, gab es im weiten Rund kein Halten mehr.
Schlappner: "Die Fans für mich das Wichtigste"
Trainerlegende Klaus Schlappner, der die „Buben“ ins Oberhaus führte, erinnert sich noch bestens an diesen Tag – und die Jahre danach: „Es war ein Paukenschlag zum Auftakt, mit dem niemand gerechnet hat, außer uns selbst.“ Wie er selbst es erlebt habe, vom traditionsreichen Alsenweg an die neue Spielstätte umzuziehen? Schlappner: „Ehrlich gesagt, habe ich mir darüber damals gar keine Gedanken gemacht. Ludwigshafen gehört für mich genauso zur Kurpfalz. Gut, wir waren zwar nicht `dahäm´, aber immer noch Zuhause. Sicher war das Südweststadion auch damals schon in die Jahre gekommen. Aber es erfüllte die Anforderungen und wir als Verein haben alles dafür getan, unseren Fans den Umzug so einfach wie möglich zu machen. Zum Beispiel mit Sonder-Straßenbahnen und den in Eintrittspreisen einkalkulierten Fahrtkosten. Dass die Fans mitgezogen haben, war für mich rückblickend das Wichtigste. Ich habe nur gute Erinnerungen an das Stadion.“
Insgesamt bestritt der SVW 102 Bundesligaspiele in dieser Spielstätte und die Bilanz kann sich sehen lassen: 44 Siege, 36 Unentschieden und nur 22 Niederlagen bei 170:130 Toren und 154 Punkten (umgerechnet nach Drei-Punkte-Regel). Inzwischen wurde das Stadion auf eine Kapazität von 6000 Besuchern zurückgebaut.
Und das war übrigens die siegreiche Startelf aus dem ersten Spiel im Südweststadion: Zimmermann - Knapp, Sebert, Schlindwein, Dickgießer, Quaisser, Hein, Schön, Olaidotter, Linz, Walter. Trainer: Schlappner.
Bilder
Endspiel um die deutsche Meisterschaft am 22. Juni 1952 zwischen dem VfB Stuttgart und dem 1. FC Saarbrücken 3:2
Quellen
- ↑ Die Rheinpfalz, 23. April 2007
- ↑ Die Rheinpfalz – Region, 18. Juni 2007
Koordinaten: 49° 28' 6" N, 8° 26' 29" O









