Franco Baresi

Aus WikiWaldhof
Wechseln zu: Navigation, Suche

Franco Baresi
Spielerinformationen
Voller Name Franco Baresi
Geburtstag 8. Mai 1960
Geburtsort TravagliatoItalien
Größe 176 cm
Position Libero
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1978–1997 AC Mailand 532 (16)
Nationalmannschaft
1979–1982
1979–1980
1982–1994
Italien U-21
ital. Olympiaauswahl
Italien
10 0(1)
6 0(1)
81 0(1)
Stationen als Trainer

AC Mailand (Jugendtrainer)

1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Fehler entdeckt?
Dann schicken Sie hier eine Korrektur ab.

Franco Baresi (* 8. Mai 1960 in Travagliato, Italien) ist ein ehemaliger italienischer Fußballspieler und heutiger Fußballtrainer.

Baresi gilt als einer der besten Liberos der Geschichte. In Anlehnung an Franz Beckenbauer und aufgrund der Ähnlichkeit der Vornamen bekam Baresi den Spitznamen Franz verpasst. Der 81-fache italienische Nationalspieler landete bei der Wahl zum "Welt-Fußballer des Jahrhunderts" auf Rang 33. Der langjährige Kapitän des AC Mailand wurde sechsmal italienischer Meister, gewann dreimal die Champions League und brachte es in fast 20 Jahren auf 532 Liga-Einsätze für Milan. Während seiner ganzen Karriere spielte Baresi ausschließlich für den AC Mailand.

Franco Baresis Nationalmannschaftskarriere ist vor allem durch tragische Elfmeterschießen gekennzeichnet. Er verlor das Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 im eigenen Land gegen Argentinien mit 4:5 nach Elfmeterschießen und auch das Finale um die Fußball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA gegen Brasilien mit 2:3 nach Elfmeterschießen. Die WM in den USA 1994 begann für Baresi besonders unglücklich, da er sich als Kapitän der italienischen Mannschaft bereits in der Vorrunde gegen Norwegen verletzt hatte und erst wieder im Finale einsatzbereit war. Baresi verschoss beim Elfmeterschießen im WM-Finale den ersten Strafstoß. Ohne einen einzigen Einsatz wurde Franco Baresi bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1982 mit Italien Weltmeister, sein erster Einsatz im Nationaldress war das EM-Qualifikationsspiel am 4. Dezember 1982 gegen Rumänien. Für den Kader der Fußball-Weltmeisterschaft 1986 berücksichtigte ihn der damalige Trainer der Nationalmannschaft Enzo Bearzot nicht, im Gegensatz zu seinem Bruder Giuseppe, der drei WM-Spiele absolvierte. Franco Baresi kehrte erst am 8. Oktober 1986 im ersten Spiel nach Enzo Bearzot wieder in die Squadra Azzurra zurück.

Selten sind Spieler und Verein so sehr miteinander verbunden wie Baresi mit dem AC Mailand. Pikanterweise fiel er beim Probetraining des Erzrivalen Inter Mailand durch, sein zwei Jahre älterer Bruder Giuseppe Baresi hingegen spielte insgesamt 559-mal für Inter. Franco Baresi spielte bereits als 14-Jähriger in der Jugend des AC und begann mit 17 Jahren seine Profikarriere bei den Rossoneri. Von 1977 bis 1997 war er im Profi-Kader des AC Mailand, am 23. April 1978 bestritt er sein erstes Spiel als Profi (ein 1:2-Sieg in Verona), in der folgenden Saison 1978/79 wurde der AC Mailand Meister der Serie A - mit Baresi als Stammspieler, der bereits in dieser Saison 30 Spiele bestritt. Ein Jahr später musste der AC Mailand aufgrund eines Wettskandals in die Serie B. Baresi blieb dem AC Mailand treu, selbst ein weiteres Jahr in der Serie B (Saison 1982/83) nahm er hin - und wurde belohnt. Er war der Kapitän und der Kopf der legendären Mannschaft des AC Mailand, die Ende der Achtziger bis Mitte der Neunziger den Europäischen Fußball dominierte und prägte. Seitdem er 1997 seine Profikarriere beendet hatte, wird beim AC Mailand das Trikot mit der Nummer 6, "sein" Trikot, nicht mehr vergeben.

Franco Baresi trug in 716 Partien das Trikot der AC Mailand und hielt damit jahrelang den Vereinsrekord. 470 Spiele in der Serie A, 61 Spiele in der Serie B, 97 Einsätze im Italienischen Pokal, 5 im Italienischen Superpokal, sowie 83 Einsätze bei Europäischen Vereinswettbewerben (UEFA Champions League, UEFA-Pokal, etc.) stehen zu Buche.

Nach seiner aktiven Karriere bekleidete Baresi bei Milan als Jugendtrainer, Scout und Manager verschiedene Positionen. Im Jahr 2002 übernahm er den Posten des Sportdirektors beim FC Fulham, kehrte aber schon nach zwei Monaten nach Mailand zurück, da ihm nicht genug Handlungsspielraum zugestanden wurde. Anfang des Jahres 2004 war Baresi in einen Geldwäsche-Skandal in Italien verwickelt.