Presse 17.11.08
"Alles halb so wild"
Fußball: SVW-Chef Nöll motzt und revidiert
Vom 17.11.2008
br. KARLSRUHE Die letzten Tage waren hart für den SV Waldhof. Mitte der Woche wurde verbreitet, dass der Fußball-Regionalligist wieder große finanzielle Probleme haben soll, am Samstag verloren die Mannheimer dann das Nordbaden-Derby beim KSC II mit 1:2 (0:2). Vor allem bei Klubpräsident Dr. Mario Nöll liegen scheinbar die Nerven blank. In der Halbzeit des Spiels in Karlsruhe stauchte der Vereinsboss seine Spieler gehörig zusammen. Durch die Niederlage verpassten die Mannheimer den Sprung an die Tabellenspitze der Liga. Für die Karlsruher, die von Ex-Profi Rainer Krieg trainiert werden, war es übrigens der erste Heimsieg im siebten Versuch. Vor 1607 Zuschauern, darunter rund 1000 Waldhof-Fans, schlugen die Karlsruher nach einer Viertelstunde erstmals zu: Angreifer Lars Stindl stand plötzlich völlig frei und traf mit der ersten Chance für den "kleinen" KSC zum 1:0 (15.). Die Mannheimer, die mit nur einer echten Angriffsspitze in die Partie gingen, wirkten nicht bei der Sache. Röber erhöhte nach knapp einer halben Stunde auf 2:0 (27.) für die Platzherren. Wieder war eine Flanke von rechts der Ausgangspunkt. In der Pause platzte Klubchef Nöll dann der Kragen. "Was ich gesagt habe, bleibt intern. Aber die Mannschaft muss verstehen, dass ich mir auf gut Deutsch den A... aufreiße, damit alles läuft." Die Mannschaft wartet noch auf die Oktober-Gehälter, angeblich weist der Saisonetat der Waldhöfer eine Lücke von einer Million Euro auf. "Alles halb so wild", meinte Nöll gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. "Die Oktober-Gehälter werden voll ausbezahlt. Und wenn der Solidarpakt ab 1. November 2008 greift, die Spieler 20 Prozent weniger bekommen, dann läuft alles so wie geplant." Der Verein habe Stand gestern einen Liquiditätsengpass von 64500 Euro. Nöll betonte: "Was zuletzt in der Presse losgetreten wurde, stimmt so nicht." Mit der Reaktion auf seine Brandrede in der Halbzeit war der Klubchef zufrieden: "Die Mannschaft hat danach sehr gut gespielt."
Im zweiten Durchgang wurde das Spiel der Waldhöfer erst besser, als Conrad Ermin Melunovic für den schwachen Thomas Ollhoff (58.) brachte. Melunovic verkürzte acht Minuten vor Schluss auch auf 1:2 (82.). Das reichte aber nicht. Quelle: Rhein-Mainer.de