Fritz Esser

Aus WikiWaldhof
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fritz Esser
Spielerinformationen
Voller Name Friedrich Esser
Geburtstag 12. August 1914
Geburtsort Mannheim, DeutschlandDeutschland Deutschland
Sterbedatum 16. Februar 1978
Sterbeort ebenda, DeutschlandDeutschland Deutschland



Fehler entdeckt?
Dann schicken Sie hier eine Korrektur ab.


Fritz Esser, eigentlich Friedrich Esser, (* 12. August 1914 in Mannheim; † 16. Februar 1978 ebenda) war ein deutscher Politiker der SPD und zeitweise Mitglied der NSDAP. Er war unter anderem Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg, Präsident des SV Waldhof Mannheim und Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt Mannheim.

Leben und Beruf

Fritz Esser wuchs als zweitjüngstes von fünf Kindern in einer Arbeiterfamilie in Mannheim auf. Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte er eine Ausbildung zum Maschinentechniker und besuchte eine maschinentechnische Fachschule. Ab 1934 betrieb er eine Mietwäscherei im Stadtteil Luzenberg.

Bereits 1928 trat er der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) bei, 1932 der SPD. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er 1933 aus politischen Gründen entlassen, trat jedoch am 1. Mai 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 3.561.424). Während des Zweiten Weltkriegs meldete er sich freiwillig zur Luftwaffe, um der politischen Verfolgung zu entgehen. 1945 geriet er in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er fliehen konnte.

Nach dem Krieg nahm er seine gewerbliche Tätigkeit wieder auf und engagierte sich zunehmend politisch und sozial.

In seine Zeit als Geschäftsführer der AWO Mannheim fiel ab Mitte der 1970er Jahre die Projektierung und der Bau eines Alten- und Pflegeheimes im Mannheimer Stadtteil Vogelstang welches 1978 eingeweiht wurde. Das Heim trägt als posthume Ehrung den Namen Fritz-Esser-Haus.[1]

Waldhof Mannheim

Fritz Esser war vom 9. Juni 1964 bis zum 6. Februar 1968 Präsident des SV Waldhof Mannheim. Zum 2. Vorsitzenden wurde Hans-Günther Bretzke, zum 3. Vorsitzenden Klaus Hoffmeister, zum Hauptkassierer Friedrich Schmitt und zum Vorsitzenden des Ältesten- und Ehrenrates Rudi Hahner bei dieser Mitgliederversammlung gewählt. In dieser Zeit setzte er sich für die Stabilisierung des Vereins in sportlich und wirtschaftlich schwierigen Jahren ein. Er war ein Förderer des Jugendfußballs und unterstützte die soziale Integration des Vereins in die Mannheimer Stadtgesellschaft.

Seine Präsidentschaft fiel in eine Phase des Umbruchs: Der Verein spielte in der Regionalliga Süd, der zweithöchsten Spielklasse, und kämpfte um sportliche und finanzielle Konsolidierung. Esser war bekannt für seine vermittelnde Art zwischen Verein, Stadtverwaltung und Fanszene. 1968 übergab er das Amt an den Rechtsanwalt Klaus Hoffmeister.

Als Landtagsabgeordneter für die SPD war Esser zu dieser Zeit beruflich stark eingespannt. Dies brachte ihm die Kritik der Mitglieder ein. So stellte der Politiker sein Präsidentenamt 1968 zur Verfügung. Sein Nachfolger an der Spitze des Vereins wurde Klaus Hoffmeister, der ebenfalls ein Politiker war.

Familie

Fritz Esser war zweimal verheiratet. Aus beiden Ehen ging jeweils eine Tochter hervor.

Literatur

  • Wolfgang Brach: Der Mannheimer Gemeinderat 1945–1984. Mannheim 1984, ISBN 3-87804-162-4

Einzelnachweise

  1. AWO Kreisverband Mannheim: Fritz-Esser-Haus.