Barackler
Viele Fans des SV Waldhof Mannheim bezeichnen sich als "Barackler", auch wenn sie in einem Eigenheim wohnen.[1]
Geschichte des Begriffs „Barackler“
Der Begriff geht auf die Zeit zurück, als der SV Waldhof im Jahr 1983 in die Bundesliga aufstieg. Die Benz-Baracken waren eine Wohnsiedlung im Mannheimer Stadtteil Waldhof-Ost. Die ursprünglich Ende der 1920er Jahre während einer Wohnungsnot errichteten einfachen einstöckigen Häuser befanden sich in der Nähe des Benz-Werks (heute Daimler Truck).
In den 1970er Jahren wurden die Gebäude durch die Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft GBG durch neu errichtete Laubenganghäuser ersetzt. Die letzten ursprünglichen Baracken wurden 1984 abgerissen. Der Name „Benz-Baracken“ blieb jedoch erhalten und wurde auch auf das neuere Wohngebiet übertragen. Darüber hinaus etablierte sich die Bezeichnung in der Fanszene des SV Waldhof, sodass sich viele Waldhof-Fans bis heute als „Barackler“ bezeichnen. Der Begriff wird inzwischen auch bundesweit als Synonym für Anhänger des SV Waldhof verwendet.
Über Jahrzehnte galt die Gegend als sozialer Brennpunkt. Durch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen und Investitionen in soziale Projekte hat sich das Quartier jedoch deutlich verändert. Die Stadt Mannheim weist darauf hin, dass sich Waldhof-Ost in den vergangenen Jahren positiv entwickelt hat und heute nicht mehr ausschließlich über sein früheres Image definiert werden sollte.
Einem breiteren Publikum sind die Benz-Baracken heute vor allem durch die Fernsehsendung Hartz und herzlich bekannt. Die ursprünglichen Benz-Baracken existieren nicht mehr. Wenn heute von den Benz-Baracken gesprochen wird, ist in der Regel das Wohngebiet rund um die Obere Riedstraße in Waldhof-Ost gemeint.
Seit 2020 verleiht der Fanclub DoppelPass die Auszeichnung „Barackler des Jahres“ an sozial engagierte Persönlichkeiten im Umfeld des SV Waldhof.
Bilder
Einzelnachweise
- ↑ Erste Benz-Baracken-Führung: Historische Einblicke in Mannheims Vergangenheit mannheimer-morgen.de vom 29.5.2026, abgerufen am 1. Juni 2026



