VFR-SVW240410

Aus WikiWaldhof
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jüllich-Team feiert in der Verbandsliga 3:1-Derbysieg gegen SVW II
Späte VfR-Tore sorgen für Waldhöfer Frust


Von Markus Wilhelm

Levent Cetin konnte sein Pech kaum fassen. Als Christoph Jüllich in der Nachspielzeit des Verbandsliga-Derbys zwischen dem VfR Mannheim und dem SVW II das entscheidende 3:1 erzielte, stand der Waldhöfer Torwart versteinert an der Eckfahne - und musste erst vom Unparteiischen darauf aufmerksam gemacht werden, dass er die Partie noch einmal anpfeifen wollte.

Cetins Frust war allzu verständlich: Wenige Minuten zuvor hatte der 31-Jährige mit einem tollen Reflex seinen Farben anscheinend das Remis gerettet. Doch in der Schlussphase schlugen Nsowah (89.) und Jüllich (93.) noch einmal zu. Der Freude über Benincasas kuriosen Ausgleichstreffer (80.), der die VfR-Führung durch Wegmann egalisiert hatte (42.), war im blau-schwarzen Lager Ernüchterung gewichen. "Es hat uns einfach das Glück gefehlt", befand Waldhofs Thorsten Dillmann. "Wir waren zu Beginn die bessere Mannschaft und machten in der zweiten Halbzeit viel Druck." Yahaya Mallam lobt VfR

Unter die 400 Zuschauer hatten sich auch etliche ehemalige Spieler aus beiden Lagern gemischt. Yahaya Mallam zum Beispiel. "Der VfR hat den Sieg verdient", meinte der Ghanaer. "Das ist eine gute Mannschaft. Die könnte auch in der Oberliga mithalten." Fußballerisch gehört der VfR tatsächlich zum Besten, was die Liga zu bieten hat. Doch die Aufstiegschancen sind klein, weil die Blau-Weiß-Roten allzu oft leichtfertig Punkte liegengelassen haben.

"Meine Mannschaft ist gut, spielerisch sogar ganz stark", weiß VfR-Trainer Gernot Jüllich. "Aber leider das Gegenteil von geschickt und clever." Der Coach hatte einen verdienten VfR-Sieg ausgemacht: "Die Jungs haben viel investiert, die Zuschauer haben tolle Passagen gesehen." Dass es nicht das große Chancenfestival des VfR wurde, lag am gut eingestellten SVW. Der konnte selbst zwar nur wenig Offensivakzente setzen, ließ andererseits aber auch nicht viel zu. "Wir haben nach dem Wechsel versucht, das 1:0 zu egalisieren und verdient den Ausgleich erzielt", urteilte Waldhof-Coach Rainer Hollich. "Mit der Leistung meiner Mannschaft kann ich zufrieden sein. Der Sieg für den VfR war schmeichelhaft."

Während die SVW-Reserve, die als Aufsteiger eine sehr gute Runde spielt, endgültig auf dem Boden der Tatsachen gelandet ist, darf der VfR unverändert auf den Aufstieg hoffen. "Wir haben nach dem Ausgleich weiter an uns geglaubt", lobte Abwehrspieler Christian Mühlbauer, den es in den Schlussminuten nicht mehr auf seiner Position in der Viererkette hielt. Zumindest die VfR-Anhänger dürften zufrieden das Rhein-Neckar-Stadion verlassen haben - und vermutlich auch wiederkommen. "Der VfR hätte es schon früher entscheiden müssen", fand Lui Hartmann, der frühere Torjäger der Mannheimer. "Das war der Fußball, den die Leute sehen wollen."

Quelle: Mannheimer Morgen vom 26.04.2010