Presse011209

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Mitglieder nehmen schwierige Finanzlage bei ruhiger Versammlung gelassen / Werbeplatz auf Trikotbrust wird verlost / Am 15. Dezember in Münster

Waldhof sieht Hoffnungsschimmer am Horizont


Von Roland Bode

Mannheim. Auf der Suche nach zu-sätzlichen Einnahmequellen entwickelt der SV Waldhof Kreativität. Über eine Verlosungsaktion soll die noch freie Trikotbrust des Fußball-Regionalligisten nach der Winterpause vermarktet werden. Freunde und Gönner des SVW können für 500 Euro ein Los erwerben. Der Schriftzug oder das Firmenlogo des Gewinners ziert bis Juni 2010 den blau-schwarzen Dress. Dies teilte Präsidiumsmitglied Gerhard Schall auf der Mitgliederversammlung am Montag mit. In Kürze sollen alle Einzelheiten auf der Vereinshomepage erklärt werden. Bei 100 verkauften Losen winken dem Traditionsverein 50 000 Euro.

Bemühen will sich der SVW, der am 15. Dezember um 19 Uhr die ausgefallene Partie bei Preußen Münster nachholt, ferner um einen Trikotpartner für den "Harder13 Cup" am 2. Januar in der SAP Arena. Der Budenzauber wird von "Eurosport" übertragen. "Die Einsparungsseite ist nach den Sanierungsschritten seit Januar ausgereizt. Es gilt deshalb bei den Einnahmen zuzulegen", erklärte Schall. "Wenn alle hart arbeiten, kann der SV Waldhof bis Juni 2010 weitgehend saniert sein und in die nächste Runde unter anderen Voraussetzungen starten."

Die sportlichen Planungen würden aber auch danach knallhart kalkuliert. Schon im Vorfeld der Versammlung sagte Geschäftsführer Andreas Laib, dass der SVW in diesem Winter keinen Insolvenzantrag befürchten müsse - obwohl das Geschäftsjahr 2008/09 mit einer "rekordverdächtigen Liquiditätslücke" (Laib) von 1,68 Millionen Euro abgeschlossen wurde.

Über dem Etat liegende Mehrausgaben im Spielbetrieb (440 000 Euro) und der Verwaltung (154 000 Euro) sowie Mindereinnahmen bei Eintrittsgeldern (451 000 Euro), Vermarktung (320 000 Euro) und unplanmäßige Investitionen (315 000 Euro) hätten für eine extreme finanzielle Schieflage gesorgt. Durch die Installation des Sanierungsausschusses habe sich die Situation verbessert. Um Derartiges künftig zu vermeiden, soll bis Ende Mai 2010 eine neue Satzung vorgestellt werden. "Zeitweise entstand der Eindruck, dass wir ein überflüssiges Organ sind", beklagte Aufsichtsratschef Wolfgang Bielmeier den Zeitraum bis zur Spaltung des Präsidiums. Die neue Satzung soll die Kontrollfunktion des Gremiums stärken. Den Sanierungskurs und die Philosophie, verstärkt auf die eigene Jugend zu setzen, trage der Rat mit.

Offensichtlich auch die Mitglieder. Denn bei der Aussprache blieb es von einer Ausnahme abgesehen ruhig. Ein Mitglied forderte den Ausschluss des früheren Präsidenten Mario Nöll und dessen Ex-Vize Volker Kürner aus dem Verein. Wie versprochen hielt die Führung Wort und vermied persönliche Scharmützel mit Hinweis, dass die staatsanwaltlichen Ermittlungen nicht abgeschlossen seien.

Quelle: Mannheimer Morgen 02. Dezember 2009