Nöll-Rücktritt

Aus WikiWaldhof
Wechseln zu: Navigation, Suche

Mario Nöll tritt endgültig als Waldhof-Präsident zurück / Nun muss ein Maßnahmenkatalog abgearbeitet werden
Der 31. Januar als Stichtag Von Roland Bode



Mannheim. Mario Nöll hat der Diskussion um seine Führungsposition gestern Abend ein Ende gesetzt und ist mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Präsident des SV Waldhof zurückgetreten. Schriftlich habe er dies dem Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Bielmeier mitgeteilt, erklärte der Jurist gegenüber dieser Zeitung. Ausschlaggebend für den 33-Jährigen, der im Oktober 2007 sein Amt antrat, sei das Gespräch der SVW-Delegation am Vortag mit Dietmar Hopp gewesen.

Nöll selbst saß nicht mit am Tisch, erklärt aber: "Für mich war wichtigstes Ergebnis, dass es allen Beteiligten um die Sanierung des SVW und damit um die Weichenstellung für die Zukunft geht. Dieser Fall ist offensichtlich gegeben. Deshalb klebe ich nicht länger an meinem Stuhl und mache ohne weitere Bedingungen den Weg frei." Kurz zuvor hatte Vizepräsident Volker Kürner sein Amt niedergelegt. Bis zur Mitgliederversammlung, die noch nicht terminiert ist, werden die zwei verbliebenen Präsidiumsmitglieder Gerhard Schall (Jugend) und Rainer Spagerer (Sport) die Geschicke am Alsenweg leiten. Wenngleich eine Handlungsfähigkeit damit nicht gegeben ist.

Zum Treffen mit Hopp sagt Bielmeier: "Vereinbart wurde ein strikter Sanierungskurs. Wir haben uns als ehrgeiziges Ziel gesetzt, bis zum 31. Januar Ergebnisse zu präsentieren. Dann wird es wohl zu einem zweiten Treffen mit Herrn Hopp kommen, um nähere Details zu beraten." In die Diskussion eingeflossen sei auch der 34-Punkte-Maßnahmenkatalog, den der frühere Waldhof-Präsident Wilfried Gaul in den vergangenen Tagen erarbeitet hatte. Erste Personalentscheidungen wurden bereits getroffen. Wie der Verein in einer Pressemitteilung gestern verkündete, soll der ursprünglich bis 30. Juni 2009 vereinbarte Beratervertrag mit Dirk Scharrer bereits zum 31. Januar gekündigt werden: "Herr Scharrer wurde insbesondere für die Vorbereitung und Umsetzung einer Ausgliederung des Spielbetriebs in eine Kapitalgesellschaft engagiert. In der momentanen Situation ist dies aber unrealistisch", heißt es darin. Nach der Rückkehr von Andreas Laib als Geschäftsführer wurde auch dessen Nachfolger Jürgen Scherer mit "sofortiger Wirkung freigestellt." Dies wurde wohl bereits am Montag so beschlossen.

Bielmeier, der das Gespräch als "überaus harmonisch" bewertet, sieht in der Bereitschaft Hopps, zu helfen, ein "hoffnungsvoll stimmendes Signal." Auf den SVW warte in den nächsten zwei Wochen viel Arbeit. Am Freitag soll ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer mit der Bewertung der tatsächlichen Finanzlage beauftragt werden. Sollten die angestrebten Maßnahmen nicht greifen, droht den Blau-Schwarzen bis Saisonende ein Schuldenberg von rund vier Millionen Euro. Hopp hat seine Unterstützung unter dem Vorbehalt zugesichert, dass andere Gläubiger und auch die Regionalliga-Mannschaft den Sanierungsprozess unterstützen. Nicht nur bei Bielmeier trifft er damit auf Verständnis: "Man kann nicht erwarten, dass Herr Hopp sagt: "Ich übernehme alles."

Wie weit im sportlichen Bereich Konsequenzen zu erwarten sind, ist derzeit offen und in erster Linie davon abhängig, wie weit die Spieler bereit sind, auf einen Teil ihrer Gehälter zu verzichten. "Wenn es hier Entscheidungen zu treffen gilt, wird dies ein Kompetenzteam tun", versichert Gerhard Schall.

Quelle:Mannheimer Morgen 15. Januar 2009