Interview mit Daniel Camus am 25. September 2002

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Daniel Camus

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Für Daniel Camus persönlich ist die Saison bisher gar nicht so schlecht gelaufen. In den ersten beiden Spielen erzielte der Mittelfeldrackerer jeweils einen Treffer und wusste auch sonst zu gefallen, von der gelb-roten Karte in Mainz mal abgesehen. Camus Stärken liegen vor allem im kommunikativen Bereich, er soll seine Kollegen dirigieren, aufpeitschen und als Bindeglied zwischen den Mannschaftsteilen fungieren. "Das klappt bisher ganz gut", sagt er. "Vor allem die jungen Spieler nehmen viel an und wollen unbedingt dazulernen".


Daniel Camus, du sprichst fünf Sprachen. Wie ist es mit deinem Deutsch?


CAMUS: Das wird immer besser. Mit dem Reden hapert es noch ein bisschen, aber verstehen tue ich schon 80 Prozent. Ich nehme mit meiner Frau privaten Sprachunterricht. In zwei Monaten sieht das anders aus.


Deine Familie ist also schon in Mannheim?


CAMUS: Ja, seit einer Woche. Wir haben unser Haus in Belgien verkauft und jetzt wollen wir uns hier einleben. Mannheim ist eine nette Stadt, relativ ruhig im Vergleich zu Brüssel, wo ich zuletzt wohnte und dich der Großstadtstress manchmal ganz schön mitnimmt.


Fußballerisch lief es ja noch nicht ganz so gut...


CAMUS: Wenn man nur drei von 18 Punkten holt, kann man natürlich nicht zufrieden sein. Wir sind auf je den Fall besser als das Ergebnis, wären bisher für zwölf Punkte gut gewesen. Das ärgert mich, denn diese Punkte werden uns am Ende fehlen. Dann nämlich, wenn die Aufstiegsplätze vergeben werden. Ich weiß, dass mich jetzt viele für verrückt er klären. Aber ich glaube, dass wir oben noch eingreifen können.


Wie beurteilst du den Trainenwechsel? Der Coach, der dich wollte, ist jetzt nicht mehr da...


CAMUS: So ist Fußball. Ich bin seit zwölf Jahren Profi und hatte ungefähr 15 Trainer. Es tut mir Leid für Andy Egli, aber ich bin hier um meinen Job zu machen und nicht, um Personalentscheidungen zu kommentieren. Jetzt haben wir einen neuen Trainer und es heißt: Neuer Coach, neue Regeln. Walter ist ein Mann, der dem Verein stark verbunden ist. Und ich glaube, in Krisensituationen können nur solche Leute, die mit Herzblut dabei sind, dem Verein wirklich helfen.


Kommt ihr jetzt schnell da unten raus?


CAMUS: Wir geben zumindest unser Bestes. Vor allen Dingen müssen wir nach vorne schauen und nicht nach hinten. Es gibt Leute, die halten sich zu lange in der Vergangenheit auf. Wenn du dich mal ins Mittelfeld der Tabelle vorgearbeitet hast, kannst du auch plötzlich mit weniger Druck spielen. Im Moment brauchen wir halt je den Punkt.


Die jüngsten Verletzungen werfen euch nicht zurück...


CAMUS: Das mit Santos und Kowalik ist natürlich schlecht. Ich weiß, wie man sich als Fußballer fühlt, wenn man lange Zeit ausfällt. Und sie fehlen uns wirklich, aber da müssen wir durch und andere müssen beweisen, dass sie die Lücken schließen können.


Was ist mit den drei Neuen?


CAMUS: Gernot Plassnegger hat ja Tore für sich sprechen lassen und so gezeigt, wie wertvoll er ist. Ich verstehe mich gut mit ihm. Er ist immer da, wenn ich aus dem defensiven Mittelfeld eine Anspielstation suche. Auch Emeka Ifejiagwa mit seiner Kopfball stärke entlastet mich sehr.


Wie zufrieden bist du mit deiner eigenen Leistung bisher?


CAMUS: Mein Motto ist: Morgen ist ein neuer Tag. Du darfst dich nie ausruhen auf dem, was du geleistet hast. Es ist ja auch so, dass die Punkte zählen. Und wenn ich noch so sehr mit mir zufrieden wäre: Wir haben nur drei Punkte und das ist definitiv zu wenig. Also bin ich unzufrieden, denn es ist unter anderem auch meine Schuld. Also muss ich noch mehr arbeiten...".


Vom Stadionmagazin Ausgabe 7. Spieltag Saison 2002/2003