Harder13-Cup 2011
Fünftligist schlägt beim Harder13-Cup die Bundesligisten Hoffenheim und Mainz / 12 500 Zuschauer sehen Turniersieg des SC Freiburg in der SAP Arena
SV Waldhof verkauft sich teuer
Von Roland Bode
Mannheim. Geduldig stellt sich Nationalspieler Marvin Compper am Rande des Harder13-Cups in der Mannheimer SAP Arena den Fragen der Journalisten. "Bis Samstagvormittag sind wir noch davon ausgegangen, dass wir mit Ralf Rangnick ins Trainingslager nach Spanien reisen. Gegen Nachmittag sickerten dann die ersten Informationen durch", beschreibt der Verteidiger von 1899 Hoffenheim, wie er den turbulenten Jahresbeginn bei den Kraichgauern erlebt hat.
Natürlich war die vorzeitige Vertragsauflösung des Fußball-"Professors" auch in der ausverkauften Arena ein großes Gesprächsthema. Viel wurde unter den 12 500 Besuchern diskutiert: auf den Rängen, in den Logen, oder auf dem Gang. Für Compper ist das eine Situation, mit der er umgehen kann. "Wir hatten tolle Jahre mit Ralf Rangnick. Jetzt beginnt für uns ein neues Kapitel. Ich bin mir sicher, dass Marco Pezzaiuoli der Mannschaft auch seine Handschrift aufdrücken wird."
Die fünfte Auflage des Turniers gewann am Ende der SC Freiburg, der im Finale den 1. FC Kaiserslautern mit 5:1 abfertigte. Im Halbfinale hatten die Pfälzer den FSV Mainz 05 mit 4:3 bezwungen, während Freiburg den SV Waldhof mit 6:3 ausschaltete. Der Fünftligist, der Mainz im kleinen Finale 0:3 unterlag, verkaufte sich im Feld der Profiklubs jedoch teuer. Mit dem 2:1-Auftaktsieg über 1899 Hoffenheim legten die Blau-Schwarzen früh den Grundstein für beste Stimmung unter ihren rund 2500 Fans. Die freuten sich mit dem Titelverteidiger über den überraschenden Gruppensieg, denn auch im zweiten Spiel setzte sich der Underdog mit 2:1 gegen den Bundesliga-Zweiten Mainz durch.
Wie die überwiegend aus U 23-Spielern besetzte TSG 1899, musste auch Zweitligist Karlsruher SC vorzeitig die Heimreise antreten. Für Trainer Uwe Rapolder, der von seiner Rückkehr nach Mannheim viele gute Wünsche mit auf die Heimreise mitnehmen durfte, war dies kein Problem: "In erster Linie ist eine solche Veranstaltung eine tolle Sache für die Fans, denen wollen wir uns zeigen. Zugegeben - ein Spiel gegen den SV Waldhof wäre eine nette Beigabe für mich gewesen." Das 3:3 gegen Kaiserslautern im Eröffnungsspiel und die 1:3-Niederlage gegen Freiburg waren jedoch zu wenig.
Für FCK-Trainer Marco Kurz war die Feuerzeugaffäre aus dem Vorjahr so gut wie abgehakt. Damals war Manager Marco Haber von dem Gegenstand am Kopf getroffen worden. Kurz hatte daraufhin einer erneuten Teilnahme zunächst eine Absage erteilt: "Im Vorfeld war früh klar, dass sich die Verantwortlichen bemühen, damit so etwas nicht wieder passiert. Deshalb habe ich meine Entscheidung geändert."
Die Roten Teufel zogen bei ihrer fünften Teilnahme erstmals in die Runde der besten Vier ein. Turnierorganisator Otmar Schork war mit den Leistungen beim Mannheimer Budenzauber sehr zufrieden, obwohl die ganz großen Namen - wie etwa die Torjäger Cissé (Freiburg) oder Lakic (Kaiserslautern) - fehlten. Schork: "Das ist eben immer eine Sache, die im Ermessen der Trainer liegt. Bis auf die TSG 1899 Hoffenheim haben alle Vereine etliche Spieler ihrer ersten Mannschaft eingesetzt. Letztlich entscheidend ist, dass das Turnier von den Zuschauern angenommen wird. Das war auch bei dieser Auflage der Fall."
Mannheimer Morgen 03. Januar 2011